Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1351388
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Dreiundzwanzigster Abschnitt. 
Terpentin- 
Gemäldefirnis. 
oder 
nicht zu geschwind machen, wodurch der Firnis schäumt und 
öfter nicht Zeit gewinnt sich überall festzusetzen. Man mufs also 
den Pinsel mit Gleichmäfsigkeit führen und zugleich etwas auf 
ihn drücken, so dal's sich die Haare dadurch ein Wenig krüimnen  
Der gewöhnlichste Fehler aller derjenigen, welche zum ersten 
Mal firnissen, besteht darin, dal's sie zu viel Firnis in den Pinsel 
nehmen, mithin auch zu viel auf das Gemälde bringen. Indessen 
darf man auch nicht in den entgegengesetzten Fehler verfallen, 
denn wenn der Pinsel zu trocken ist, so setzt er nicht überall ge- 
nügend ab, die Haare spreizen sich auseinander und lassen Strei- 
fen stehen, auf Welchen der Firnis nicht gehaftet hat. Übrigens 
ist es keine zu schwere Sache. Ein wenig Erfahrung setzt bald 
in den Stand, wenn der erste Versuch nicht vollkommen gelungen 
ist, den zweiten besser herzustellen. Wenn sich der Firnis nach 
einigen Stunden vollständig festgesetzt hat und sich nicht mehr 
bewegen kann, so kann man das Gemälde an die Wand hängen. 
Es wird dort nicht so viel Staub bekommen. Vollständig trocken 
bis zu dem Grad von Härte, den es überhaupt erreichen kann, 
wird es je nach der Temperatur erst nach Verlauf von fünf oder 
sechs Tagen. Von da ab stäubt man dann, wenn dies notwendig, 
das Gemälde mit einem weichen gut eingerichteten Federwisch 
ab, oder was noch besser ist, mit einem Fuchsschwanz und reinigt 
es so, wie man dies überhaupt mit Gemälden thut. Man darf nur 
ganz leicht darüber wegfahrenßund nicht etwa stark peitschen, 
denn sonst ritzt man die leicht verlctzbare Oberfläche des Firnis, 
oder man läfst blinde Stellen zurück, welche die Durchsichtigkeit 
vernichten würden. 
Man 
kann 
bei 
dem 
Firnissen 
eines 
Gemäldes 
nicht 
Vorsicht 
genug anwenden, um sich von innen und aufsen gegen Staub und 
gegen Insekten zu verwahren, die zu gewissen Jahreszeiten überall 
umheriliegen. Alle Öle und Firnisse sind ihnen verderblich, sie 
kommen dadurch um, allein sie fliegen darauf zu, bleiben daran 
kleben und man kann sie nicht wieder losmachen. Es würde 
1) Die Gröfse 
Bäche richten, die 
geschehen. 
Breite des Pinsels muls sich immer nach der Ober- 
zu überziehen hat, denn die Arbeit mufs geschwind 
d. h. 
man
        

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