Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1347336
Ocker. 
Hellgelber 
Ocker. 
Dunkler gelber 
15 
4. Hellgelber Ocker. 
Diese wie auch alle anderen Arten von Ocker bestehen aus 
Eisenoxydhydrat, Thon, Gips, kohlensaurem Kalk. Der lichte Ocker 
wird in zwei Nummern verkauft, von denen Nr. 1 reiner gelb und 
Weniger körperlich als Nr. 2, welches undurchsichtiger und um 
ein weniges rötlioher gelb ist.  
Dieses Gelb ist vortrefflich, obgleich dem Anschein nach ge- 
wöhnlich und von keineswegs hervorragend schöner Färbung. Für 
die F leischtöne besonders ist es unentbehrlich und überall gut zu 
gebrauchen. Die Farbe desselben, welche eher in das rötliche 
als grünliche spielt, verliert, mit rot und weil's vermischt, niemals 
VOn ihrer Reinheit, um so weniger, da sie auch keine andere Farbe 
angreift und auch von keiner anderen Farbe angegriffen wird. 
Diese kostbare Eigenschaft verstattet dem Maler, den Ocker ohne 
Furcht mit allen übrigen Farben, Neapelgelb vielleicht ausgenommen, 
ZU vermischen. Er deckt ziemlich gut auf der Leinwand, ohne un- 
durchsichtig zu sein. 
5. Dunkler gelber Ocker (Mittel- oder Steinocker 
[O cre de rue] 1). Goldocker). 
Diese dunkleren Ocker vertreten, je nach der ihnen eigentümlichen 
Färbung, die Stelle des hellgelben Ockers bei den Schatten oder an- 
deren dunkeln Tönen, welche einen kräftigeren Ton haben sollen, als 
ihn der lichte Ocker Nr. 4 giebt; mit Weils vermischt werden alle diese 
Ocker stumpfer im Ton und sind daher selten zu den liichttönen im 
Fleisch, wenn diese leuchtend und brillant gefärbt erscheinen sollen, 
zu gebrauchen. Am brillantesten ist der Goldocker; der Mittel- 
Oßker, Ocre de rue ist stumpfer und milder in der Farbe, der 
Steinocker geht ein wenig ins grünliche. Alle diese Ocker dunkeln 
leicht etwas nach, der Groldocker immer, der Steinocker am 
Wenigsten. 
Sie decken gut ohne zu körperlich zu sein, und- mit Berliner 
Blau geben sie ein sehr brauchbares warlnes Grün, so wie mit 
Sßbwvarz und etwas Braunrot vortreffliche Töne für Hintergründe, 
Termins u. dgl. m. 
1) Fälschlicher Weise Orce de 
m (alt für ruisseau) hcifsen sollte. 
rue geschrieben, da es eigentlich Ocre de
        

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