Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1351283
Dreiundzwvanzigster 
Abschnitt. 
Terpentin- 
oder 
Gemäldeiirnis. 
aus M a s t i x  
aufgelöst sind 
Gemäldefirnis. 
Zur Konservierung der Gemälde ist der Firnis 
körnern, die in wohl rectificierter Terpentinessenz 
der beste und man nennt ihn deshalb auch wohl 
Irgend welchen Ölfirnis soll man niemals gebrauchen. 
Man kann diesen Gemäldefirnis überall kaufen, allein er ist 
oft schlecht zubereitet und wird dann, nachdem er auf das Ge- 
mälde gebracht worden ist, in kurzer Zeit gelb. Ein guter Ge- 
mäldeiirnis mufs fast so hell und flüssig sein, als das reinste 
Wasser. Spiritusfirnis (mit Ausnahme des von Soehnee) und Öl- 
tirnisse soll man nicht gebrauchen, obgleich einige Arten oft sehr 
schön und hell sind. 
Man mufs nämlich einen Firnis von dem Gemälde abnehmen 
können, wenn er schmutzig und gelb, durch Zufall beschädigt oder 
stumpf und trübe geworden ist. Der Ölfirnis lafst sich aber nur 
durch ein gefährliches Verfahren wegbringen, das immer das Ge- 
mälde mehr oder weniger schädigt. Denn die hierzu gebrauchten 
ätzenden Mittel können zwar den Firnis auflösen, zerstören aber 
zugleich fast immer alle Feinheiten und fast alle Lasuren. 
Die anderen, wenn auch hellen Firnisse, haben denselben Nach- 
teil. Andere haben wiederum eine so gelbe Farbe, dafs man an 
ihren Gebrauch gar nicht denken darf. 
Es soll deshalb hier mitgeteilt werden, wie man selbst einen 
sehr guten Firnis bereiten kann, danach, wie man ihn gebrauchen
        

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