Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1347325
iäl: 
Erster Abschnitt. 
N eapelgelb. 
Herstellung und namentlich durch die verschiedenen Hitzegrad 
beim Schmelzen hervorgebracht. Das Reiben und Mischen de 
Neapelgelb muls mit vieler Sorgfalt geschehen, es darf niemal 
mit einem eisernen, stählernen, überhaupt mit keinem Inetallene; 
Spachtel aufgenommen und angerieben werden, sonst wird e 
augenblicklich grün. Die Spachtel von Horn oder Elfenbein sinm 
überhaupt und für alle Fälle die besten. 
Mit Kobalt, Berliner Blau und dergleichen vermischt giebt e: 
sehr schöne hellgrüne Töne. Für Landschaftsmalerei fast unent- 
behrlich in den Lichtmafsen der Blätter und Baumpartien. Ebens( 
für Blumen, gelbe Metalle, hellgelbe Gewänder u. a. m. Be; 
Schatten und Reflexen der Fleischtöne oft besser als Weifs zu 
verwenden, was leicht hierfür zu kalte  und schwere Töne giebt. 
Ungereinigt geht das Neapelgelb etwas ins grünliche, greift andere 
Farben leicht an und verändert sie, namentlich Weils, Zinnober 
und Eisenfarben. 
Von seinen schädlichen Bestandteilen kann man das Neapel- 
gelb durch wiederholtes Auswaschen in heifsem Wasser reinigen. 
Man schüttet es zu diesem Zweck in einen grofsen; neuen, gla- 
sierten Topf und stellt denselben, mit heifsem Wasser angefüllt, 
in eine Stube. oder einen mafsig warmen Ofen, so dal's eine be- 
ständige Ausdünstung, ohne dal's es kocht, unterhalten wird. Die 
Farbe mufs nun mehrmals des Tages mit einem kleinem Stabe 
umgerührt werden, jedoch nimmt man vor dem Umrühren sorg- 
fältig den Schaum ab, der sich oben gebildet hat, und giefst 
alsdann von neuem Wasser hinzu. Dies Verfahren mufs oft 
wiederholt werden, aber mit Vorsicht, da die Dämpfe leicht 
der Gesundheit schädlich werden können. S0 gereinigtes Neapel-J; 
gelb kann aber mit Weifs und Zinnober ohne Nachteil vermischt 
werden. 
1) Kalt nennt man in der Malerei alle Farbentöne, Welche in das blaue 
liche, warm alle, welche in das gelbliche und gelbrötliche gehen. Jede Farbe, 
jeder Farbenton kann daher kalt oder warm sein. Warmrot, Kaltrot. warmes 
Grau, kaltes Grau u. s. w.
        

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