Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1351242
Wie 
ein Gemälde 
ehe man das 
abgewaschen werden mufs, 
Eiweifs darauf bringt. 
Man nimmt einen feinen, sehr weichen Schwamm und viel 
reines Brunnenwasser, das also durchaus keinen Bodensatz zurück- 
lassen darf. Mit diesem wascht man sehr reichlich das Gemälde, 
indem man ganz leicht darauf reibt. Am besten ist es, das Ge- 
mälde hierbei unter einen Hahn zu stellen, damit beständig frisches 
Wasser darüber lauft, während man wascht. 
Wenn auf diese Art das Bild einige Minuten gewaschen ist, 
drückt man das Wasser aus dem Schwamme und trocknet mit 
demselben das übrig gebliebene Wasser vom Gemälde sanft ab. 
Man darf mit keinem weichen Lappen die nun noch auf dem Ge- 
malde zurückgehliebene Feuchtigkeit abtrocknen. Da aber von dieser 
nicht das Geringste zurückbleiben darf, so stellt man das Ge- 
mälde an die Sonne, oder, wenn sich dies nicht thun lafst, in 
die Nähe eines hellen Flammenfeuers, hält es bald hoch, bald 
niedrig, damit es gleichförmig trocknet und nicht eine Stelle 
heifser wird, als die andere. Überhaupt darf das Gemälde nicht 
merklich warm werden, sonst verderben die Farben; es genügt, 
dafs nur nicht die geringste Feuchtigkeit darauf zu spüren ist, 
nicht aber Warme, um das Eiweifs auftragen zu können. 
das 
Eiweifs 
Verfahren, 
zuzubereiten und 
Zll 
geb rauchen. 
Man trennt das Eiweifs sorgfältig von dem gelben Dotter 
eines frischen Eies, und schlägt dasselbe, nachdem man einen 
Kaffeelöffel voll Spiritus Vini und ein wenig, aber sehr wenig, 
weifsen Zuckerkand hinzugesetzt hat, den man zuvor in möglichst 
wenigem Wasser  hat zergehen lassen. Dies zusammen schlägt 
1) Um dies gut zu machen, mufs der Zuckerkand vorher fein gestofsen 
sein, und auf dieses feine Pulver giefst man etwes sehr heifscs Wasser. Dies 
mufs vierundzwanzig Stunden vorher geschehen, damit fast alles Wasser wieder 
verdunsten kann und nur der Zucker Büssig als ein dicker Syrup zurückbleibt.
        

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