Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1351096
grundierter Leinwand. 
Eigenschaften, Verpackung 
391 
Masse 
nicht 
recht 
auf 
der 
Leinwand 
haftet 
oder 
dick 
aufge- 
tragen ist.  
Die mit Thonerde oder Gips grundierte Leinwand präpariert 
man sich am besten selbst, jedoch ist auch diese in den Hand- 
lungen vorrätig und jedenfalls aus gröfseren Städten zu beziehen. 
Schon seit längerer Zeit verfertigt man Malpappen aus 
äufserst stark zusammengeprefster, je nach der Gröfse auch immer 
ziemlich dicker Pappe. Genügende Erfahrungen kann man aller- 
dings darüber noch nicht haben. Soviel man ohne diese urteilen 
kann, müfsten die sorgfältig präparierten Pappen eigentlich das 
Allerdauerhafteste sein, da die Würmer ihnen schwerlich Schaden 
thun werden, wie den Holztafeln. Dies alles mufs ganz besonders 
von den englischen Malpappen gelten, die aus ursprünglich ge- 
teertem Hanf. (aufgedrehten Schiiistauen) verfertigt sind. Immer 
aber sind die Dimensionen solcher Pappen nicht besonders grofs 
und können dieselben schon aus diesem Grunde nur zifkleineren 
Bildern gebraucht werden. 
Lälst man sich fertige Malleinwand aus gröfserer Entfernung 
zusenden, so mufs die Verpackung der Leinwand (die wegen der 
Grundierung mit Bleiweifs sehr schwer ist) auf folgende Art be- 
sorgt worden sein. 
Die Leinwand mufs über ein rundes Holz gerollt werden, das 
an jedem Ende (2 cm) länger als jene breit ist und zwar so, dal's 
die mit Farbe grundierte Seite nach aufsen kommt, und zwar aus 
folgendem Grunde: Wenn nämlich die Leinwand in angegebener 
Art aufgerollt worden ist und sich dadurch auch einige ganz kleine 
Sprünge oder Brüche vorfinden sollten, so legen sich diese wieder 
zusammen, wenn man sie auf den Rahmen spannt. Dagegen 
springt und blättert sich die Grundierung von der Leinwand ab, 
wenn die Farbe nach innen zusammengerollt gewesen ist. Im 
ersten Fall waren schlimmstens feine Sprünge entstanden, im 
zweiten werden durch das Zusammendrücken kleine Plättchen los- 
gelöst beim Aufspannen, dann die kleinen Spalten auseinander ge- 
zogen, so dal's mindestens dann die Grundierung nicht überall 
haftet und gleichmäfsig fest aufsitzt. 
Aufser in ClicSGm Fall darf gut grundierte Leinwand nicht 
brüchig werden, und wenn sie es ist, so ist es ein Beweis, dafs in
        

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