Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1347298
Weil's. 
Kremser Weifs. 
11 
Vier Mal mit Wasser abgerieben werden, ehe man sie mit Öl ver- 
mischen darf, dadurch wird sie viel schöner. Nach jedesmaligem 
Reiben spachtelt man die Farbe, wenn sie die Konsistenz einer 
Salbe bekommen hat, in kleinen Häufchen, etwa von der Stärke 
eines Pflaumenkernes zusammen und läfst sie auf Papier trocknen. 
Zu diesem Zweck nimmt man mit dem Spachtel von Horn die 
gehörige Quantität auf und schlägt dann gegen die Rückseite des 
Spachtels in der Mitte mit einem kleinen Stock, oder auch nur 
gegen den Rand des Tisches. Durch diese kleine Erschütterung 
fallen die Häufchen auf das Papier, und da läfst man sie, gegen 
Staub wohl verwahrt, trocken werden. Dieses Verfahren mit dem 
Weil's Wiederholt man zwei oder drei Mal, und dann erst kann 
man es mit Öl vermischen. 
Die Farbe mufs vollkommen trocken sein, sowohl wenn sie 
mit Öl abgerieben werden soll, als auch wenn man die Häufchen 
zu späterem Gebrauch aufbewahren will; die zurückgebliebene 
Feuchtigkeit würde sonst die Farbe verändern. Ebenso verfahrt 
man aber auch mit den anderen Farben, wenn man sie gerieben, 
trocken in Häufchen aufbewahren will, nur dafs bei diesen ein- 
maliges Abreiben mit Wasser genügt. 
Um das Austrocknen zu befördern, müssen die Häufchen 
einige Linien weit von einander entfernt sein. An der Sonne oder 
auf einem Stubenofen, jedoch so wenig als möglich der freien Luft 
und damit dem Staube ausgesetzt, lafst man sie trocknen. Wohl 
ausgetrocknet, lassen sie sich dann leicht vom Papier abheben. 
Ein vorzüglich reines Weil's erhält man durch folgendes Ver- 
fahren: 
Man nehme ungefähr ein Pfund schönes KPGIIISBI Weifs und 
reibe es in kleinen Partien einmal mit Wasser ab, ohne die voll- 
kommenste Feinheit dabei zu beabsichtigen. Man nehme es dann 
von dem Stein als einen Brei in der Stärke dicken Rahms her- 
unter. Jede so geriebene Partie der Farbe schütt-e man in einen 
neuen, wohl glasierten Topf, oder ein gleichfalls neues Gefafs von 
Fayence oder Pfeifenthon und sorge dafür, dafs diese erste Abrei- 
bung nicht eintrockne, sondern sich so iiüssig erhalte. 
Wenn alles Weifs gerieben und wie ein ziemlich dicker Brei 
ist, so giefst man über dasselbe ungefähr ein Trinkglas voll guten
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.