Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1350740
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Abschnitt. 
Siebzehnter 
Reinigung 
der Pinsel. 
Man drücke zuerst mit einem weichen ungeleimten Papier 
oder mit Leinwand die überflüssige Farbe oder das Öl zwischen 
den Fingern aus und wische es ab. Hierauf nimmt man einen 
Pinsel nach dem andern, taucht ihn in das zu diesen und ahn- 
lichen Zwecken vorhandene Napfchen mit Mohnöl. Während man 
nun den Pinselstiel in der Hand und den Zeigefinger auf die 
Pinselhaare hält, reibt man nach jeder Eintauchung in das Öl 
(welches aber nicht etwa zu unrein sein darf) auf dem Blech 
dieses Napfchens das Haar leicht und ohne sehr zu schaben mit 
dem Zeigefinger, indem man die Hand an sich zieht. Bemerkt 
man, dal's das Öl, welches aus dem Pinsel geht, ziemlich farblos 
ist, so trocknet man Finger und Pinsel ein wenig an einem Stück 
Leinwand, dem Mallappen ab, und setzt die Reinigung desselben 
Pinsels dadurch noch fort, dal's man ihn diesmal in ein Gefäfs 
mit ganz reinem Öl taucht. Das Öl aber, welches nun aus dem 
Pinsel geht, lafst man wieder in das erste Gefafs fallen, damit 
eins von beiden immer ganz rein bleibt. In einer halben Stunde 
kann man dreifsig bis vierzig Pinsel so reinigen. 
Die Pinsel, die man einige Tage nicht wieder gebraucht, 
müssen nachher mit Seife und Wasser ausgewaschen werden, bis 
sie kein Öl mehr enthalten, hierauf spült man sie in ganz reinem 
Wasser ab, drückt sie in einer ihrer Form entsprechenden Weise 
aus und lafst sie trocken werden, worauf man sie verwahrt. 
Ohne diese Vorsicht würden sie zähe und schmierig werden, ein- 
trocknen und schwer wieder zu reinigen sein. 
Die kleinen und weichen mit Öl gereinigten Pinsel darf man 
aber, besonders im Sommer, nicht fünf oder sechs Tage mit dem- 
selben Mohnöl getränkt lassen, sonst würden sie doch auch ein- 
trocknen. Man mufs dann also mit dem Finger das alte Öl auf 
dem Blech des Ölnapfchens ausdrücken und sie wieder von neuem 
mit frischem Öl versehen.  
Nach jeder Reinigung soll man die Pinsel immer mit etwas 
reinem Ol tränken, ehe man sie bei Seite legt, und dies ist das 
Ol, welches man wenigstens alle fünf oder sechs Tage erneuern 
mufs, wenn man sie in dieser Zeit nicht gebraucht hat. 
Sieht man voraus, dal's dergleichen Haar- und Borstpinsel in 
längerer Zeit, das heifst also in vier oder sechs Wochen, nicht
        

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