Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1349686
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Zwölfter Abschnitt. 
Die IQTbermalung. 
andern Farben gleich kommen. Solche Töne mit 'l'rockenfirnis mufs 
man nach den Rändern besonders sanft verlaufen lassen, wenn 
nicht Erhöhungen und Krusten entstehen sollen. Dafs alle stark 
mit Trockenüsnis versetzte Farbe nicht einschlägt, istschon früher 
bemerkt. 
Dafs übrigens, wenn die Übermalung des Kopfes beendet ist, 
sich sogleich die der übrigen Fleischpartieen anschliefsen mufs, 
ist schon früher bemerkt. In einem weiblichen Bildnis wird Hals 
und Busen immer zusammen an einem Tage gemalt werden müssen. 
Die Einheit der Farbe solcher Partieen ist in keiner andern Weise 
herzustellen. Dies würde demnach am vierten Arbeitstage 
zu geschehen haben. Am fünften, wenn ein Arm und eine 
Hand auf dem Bilde zu malen sind, und dann so weiter. Alles 
in der Art und Weise, die vorne gelehrt ist, und mit den Vor- 
sichtsmafsregeln, die hier mitgeteilt sind. 
All die Sorge wegen des Nafsbleibens der Farbe auf mehrere 
Tage fallt fort, so wie man sich statt des Kremnitzer Weil's des 
Zinkweifs bedient, das eine Reihe von Tagen selbst nafs bleibt und 
andere damit vermischte Farben nafs erhält. So lange das Nafs- 
bleiben der Farbe ein gröfserer Vorteil für das Gelingen der 
Arbeit ist, als das Trockenwerden, so lange wird man sich mit 
Vorteil dieses Zinkweifses bedienen, bei dem neben wünschens- 
werten Eigenschaften (s. S. 13) nur das sehr schwere Trocken- 
werden, die etwas schleimige Zähigkeit und eine geringere Leucht- 
kraft als Nachteile angeführt werden müssen. 
So wie nur erst ein angehender Maler sich genügende Kennt- 
nisse erworben hat, seine Leistungen vollkommener, seine Erfahrun- 
gen über die Farben reicher geworden sind, so wird er sich eine 
Art und Weise der Behandlung der Farbe auswählen können, die 
in diesem oder jenem Stück von dem vorher Angeratenen abweicht. 
Jemand, der an einem Tage im Stande ist, ein Gesicht gut und 
genügend zu übermalen, was so viel heifst, als vollenden, der kann 
ohne Sorge das erneute Aufsetzen der hellsten Lichter und der 
tiefsten Drucker auf den folgenden Tag versparen. Ebenso das 
ganze Innere des Auges, Augapfel und Iris, die Ausführung des 
Mundes; abgesehen von den Partieen, die selbstverständlich einem 
folgenden Tage vorbehalten bleiben können. In welcher Weise,
        

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