Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1349650
der 
Einteilung 
Arbeit. 
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Das Wünschenswerte ist daher z. B., einen Kopf wenigstens das 
Gesicht, an einem und demselben Tage anzulegen und fertig zu 
malen. Das aber ist wenigen Künstlern möglich, einem Anfänger 
gewifs nicht. 
Ist die Jahreszeit kühl und feucht, so kann die Arbeit mit 
Sicherheit am folgenden Tage ja selbst am dritten fortgesetzt 
werden. Aber auch hierbei ist Vorsorge notwendig. Gleich nach 
beendigter Tagesarbeit setzt man das Bild an einen kühlen und 
dunkeln Ort, wo es keinen Schaden nehmen kann; keinesfalls 
aber wird es frei aufgehängt, wo es sich um sich selbst bewe- 
gen könnte,  der Luftzug macht es nur um so schneller trocknen. 
Wo es angeht, kann man auch ein Bild, aber nur auf den vier 
Ecken ruhend über ein Gefäfs voll Wasser legen. Die leichte 
Ausdünstung des Wassers erhält die Farben frisch, und vor jeder 
Art Staub ist dann das Bild bewahrt.  Ferner ist zu beachten, 
dafs alle frisch geriebene Farbe sich länger nafs erhält, als die 
schon vor längerer Zeit geriebene. Die Verschiedenheit der Farben 
in bezug auf das Trocknen ist vorn angegeben. Es ist für diesen 
Fall sehr vorteilhaft wenigstens die schnell trocknenden Farben 
an jedem Tage frisch aufzusetzen, trotzdem man die Palette eben- 
falls an dem kühlen und dunkeln Ort aufbewahrt. Aufserdem 
aber ereignet sich, dafs einem Maler die Farbe auf dem Bilde 
noch einmal so lange nafs bleibt, als dem andern, was wohl 
seinen Grund in der Art der Behandlung der Farbe hat. 
Für den geübteren Maler wird diese Vorsicht ausreichen, 
dem wenig Geübten wird eine stückweise Übermalung eines 
Kopfes auch in der kälteren Jahreszeit der sicherere Weg sein. 
Dabei handelt es sich dann um die passenden Stellen, wo eine 
Tagesarbeit aufzuhören hat. 
Man mufs vermeiden dies in der Mitte einer grofsen Partie 
zu thun, z. B. einer unverkürzten Wange. An dieser Stelle kann 
man es nur thun, wenn zufällig dort viel schwer trocknende Farbe 
(Krapplack, Zinnober) gebraucht ist, die unter allen Umständen 
nafs bleibt. Im allgemeinen ist folgende Einteilung der Arbeit 
anzuraten: 
Erster Tag: Die erste Anlage der 
heiten und dann die möglichst vollehdete 
Schatten und Dunkel- 
Malerei der Stirn, so
        

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