Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1349435
Einzelne Beobachtungen und Bemerkungen, 
die Augen. 
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übersehen, als auch übertrieben werden. Es sind alles Erscheinun- 
gen, die ein geübtes Auge bemerkt, die zum Teil bereits beim 
Zeichnen haben beobachtet werden müssen, zum Teil sind sie 
schon früher besprochen und nur für Anfanger sollen sie hier 
nochmals oder noch besonders erwähnt werden. 
Die Augen, die hauptsächlichsten Träger des Ausdrucks 
und des Lebens, nehmen mit ihren Umgebungen auch eine be- 
sondere Aufmerksamkeit in Anspruch. Die ganze Partie der Augen 
hat durch ihre zarte und dünne Haut auch die zartesten und 
feinsten Töne. Sie erscheinen gegen die anderen Töne zart, ge- 
brochen violett, rosig, gelegentlich bläulich, je nach Beschaffenheit 
der Haut und ihrer F arbung. 
Die Augenbrauen dürfen nicht gleichmafsig dunkel, hart 
und unvermittelt ohne Halbtöne an das Licht anstofsen und nicht 
mit einer falschen Ausführlichkeit, die jedes Harchen nachahmen 
möchte, behandelt werden. Sie ziehen sich immer am Rande des 
Stirnbeins nach der Augenhöhle zu, längst dieses Randes hin. 
Wo immer sie aber hier auch stehen mögen, sie zeigen stets die 
Formen, auf Welchen sie stehen, ganz abgesehen davon, dafs sie 
schon, durch die Rundung des Kopfes verschiedenartig beleuchtet 
hellere und dunklere Teile haben müssen. Man legt sie ganz 
dünn mit ihren dunkelsten Tönen an (mit den Haarfarben), malt 
in diese ebenfalls noch dünn mit den (durch die Harchen) schatti- 
gen Fleischtönen hinein, verbindet sie durch überführende Halbtöne, 
welche zugleich die auslaufenden, einzehien Harchen darstellen, 
mit den Lichttönen des Fleisches. Man modelliert sie endlich 
fertig mit den Lichttönen, welche sie haben, die je nach Be- 
schaifenheit der Farbe der Augenbrauen anders sein werden bei 
schwarzen, braunen und blonden Haaren, bei dichterem oder dünne- 
rem Haar. Wenn in einer Beziehung etwas unvollkommen übrig 
bleiben müfste, soll es immer in Bezug auf Dunkelheit sein, die 
man später mit einem leichten Übergehen reiner, ganz dunkler 
Farben wieder nachholen kann. Da können auch, wenn nötig, 
Asphalt, Kassler Braun ganz dünn oder auch dicker aufgetragen, 
gebraucht werden. Man soll in bezug auf Ausführung sie so 
machen, wie sie in einiger Entfernung (1,2 bis 1,7 Meter) erschei- 
nen. Man macht also die einzelnen Harchen und Haarendigungen 
Bouvier-Elxrhardt, Ölmalerei. 0. Aufl. 15
        

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