Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1349380
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Zwölfter Abschnitt. 
Übermalung. 
Die 
nismafsig farblos, lassen nur wenig vom Lokalton erkennen. Das 
ist schon früher bemerkt und erklarlich, da auf einer und der- 
selben gleichartigen, geraden Flache Körper, Vortretendes und Zu- 
riickweichendes, dem Licht zugewendete und vom Licht ahgewendete 
Partieen desselben Gegenstandes dargetellt werden sollen. Beides 
wird nun mit fast denselben Farhenstoffen, aber nicht mit den- 
selben Farbentönen hervorgebracht. Beim Zeichnen mit Schwarz 
und Weifs wird einfach der Schatten nur dunkler gemacht. Beim 
Malen Würde man niemals dieselbe" Farbe nur tiefer und dunk- 
ler dazu nehmen dürfen. Wollte man die Schatten einer Rose, 
z. B. deren Lokalton aus Weil's und hellem Lack gemischt ist, nur 
durch einen stärkeren Zusatz von dunklerem Lack hervorbringen, 
so würde das niemals den Eindruck von Schatten machen. Viel 
eher, wenn nur etwas Blauschwarz noch dazu gesetzt würde 
nach Mafsgabe der Dunkelheit und dann in den tiefsten Stellen 
wieder mehr Lack oder auch irgend ein warmeres Rot  So 
werden dann alle Schatten verschiedener Lokaltöne verschiedener 
Gegenstände eine gewisse Ähnlichkeit und Gleichartigkeit gegen 
das Licht haben. Die Schattenmassen der verschiedenen Farben 
aber unter sich und gegen einander gehalten werden auch immer 
ein Weniges von der Eigenart ihres Lokaltons zeigen, da sie 
doch immer wieder durch etwas Reiiexlicht, mehr oder weniger 
erleuchtet sein werden. Dies tritt am meisten bei den Gegen- 
Sätzen heller und dunkler, kalter und warmer Lokalfarben hervor. 
Es werden daher die Schatten der letzteren immer nur mit warmen 
Farben, Ocker, Neapelgelb, Jaune brillant aufgehellt werden, die 
ersteren wenn zugleich die Lokalfarbe hell, kalt und zart ist, nur 
mit den hellen, warmen Blarben, Neapelgelb, Jaune brillant oder 
auch selbst Weil's. 
Nach allen diesen Auseinandersetzungen ergiebt sich für das 
Kolorit des Fleisches, dal's die Reflexe wesentlich mit warmen 
Blarben Ocker, Neapelgelb aus dem Schattenton aufgelichtet werden 
müssen. Es können aber auch Fälle vorkommen, wo dies mit 
Weifs zu geschehen hat, z. B. bei sehr hellen Kolorits oder über- 
1) Dies ist nur beispielsweise 
Rose etwa gemalt werden solle. 
angeführt , 
nicht 
um anzugeben, 
eine 
wie
        

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