Volltext: P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde

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Zusatz zum 
Abschnitt. 
elften 
1a prima Malerei. 
für die Untermalung alle Hilfsmittel, (nämlich die nach den Vor- 
schriften _im zehnten Abschnitt gemachten und wohl aufbewahrten 
Mischungen) so lange zur Hand nehmen, bis der durch diese 
Mischungen zu erlangende Ton ihnen deutlich im Gedächtnis ge- 
blieben ist, wird einem jeden selbst als ein grolser Vorteil cin- 
leuchtend sein, wenn er andern Rat nicht zur Hand hat. Für 
alle diejenigen, denen es wünschenswert ist bei ihren ersten Ver- 
suchen dies Farben sehr lange nafs zu erhalten, wird der Ge- 
brauch des Zinkweifs statt des Kremnitzer Weifs vorgeschlagen 
werden können. Aber das Zinkweifs bleibt wiederum sehr lange 
nafs und noch viel länger etwas klebrig. Das Trockenwerden des- 
selben, wenn man nicht Trockenfirnis zuletzt doch wieder hinzu- 
genommen hat, dauert überaus lange. Deshalb ist es wünschens- 
wert nach solchen ersten Versuchen bald wieder zu dem schnell 
trocknenden Kreinnitzer Weil's zurückzukehren. 
Wenn irgend wo, so ist bei dieser Malerei gewifs vorzugsweise 
anzuraten, dafs der Maler, wenn alles fertig und vollendet ist, 
noch einmal mit der ganzen Frische und Kraft der Aufmerksamkeit 
durch Aufsetzen der höchsten Lichter und stärksten Dunkelheiten 
auch alle die Frische und Lebendigkeit seiner Anschauung und Auf- 
fassung der Natur seiner Arbeit wiederzugeben sucht, welche etwa 
durch Ausführung der Einzelheiten beeinträchtigt worden ist. Schliels- 
lich mag darauf aufmerksam gemacht werden, (la's ein möglichst 
starker und gleichmäfsigei- Auftrag der Farbe, wenigstens in allen 
Lichtpartieen, aber doch auch annähernd in den Schattenpartieen 
notwendig ist, wenn sich die Farbe nicht mit der Zeit verändern 
soll. Die Farbe trocknet doch immer etwas zusammen, verliert dann 
an Volumen, Glanz und Körperlichkeit, die Malerei bekommt eine 
durchscheinige Körperlosigkeit, welche die Gesamtwirkung beein- 
trächtigt. Soll also eine solche a la prima Malerei dauern, so 
mufs die hier gegebene Warnung beachtet werden. 
Schliefslich sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, dafs bei 
den ersten Studien für den Anfänger der Unterschied zwischen 
Untermalung und a la prima Malerei wegfallt. Der Anfänger mufs 
sich bemühen alles so vollkommen zu machen, wie ihm irgend mög- 
lich ist. Erst nach einiger Übung erlangt er das Verständnis für 
die bei einer Untermalung zu beobachtenden kleinen, als solche ihm
	        
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