Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1348795
Aufzeichnung. 
Die 
Das Durchzeichnen. 
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ununterbrochene längere Zeit notwendig und deshalb mufs auch 
das Modell ununterbrochen länger sitzen. Zunächst mufs dann 
die Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden, das Modell in eine 
günstige Beleuchtung zu bringen und die beste und vorteilhafteste 
Ansicht zur Darstellung auszuwählen. Für den Anfanger wird 
diejenige Beleuchtung die beste und günstigste sein, durch welche 
grcfse, zusammenhängende, reine Lichtmassen und starke, dunkle 
Schattenpartieen in der Natur hervorgebracht werden. Eine An- 
sicht nahezu oder ganz von vorn (en face) wird ihm mehr Schwie- 
rigkeiten machen, als eine mehr dem Profil zugewendete. Ein 
knappes, sogenanntes Dreiviertelprofil wird für den ersten Anfang 
das günstigste für einen Schüler sein. 
Die 
Aufzeichnung. 
Die erste und unumgänglich notwendigste Bedingung bei der 
Untermalung ist nun einen richtigen und treuen Umrifs der Zeich- 
nung zu erlangen. Der Umrifs wird n1it weifser Kreide, gewöhn- 
lich und praktischer mit Kohle, auf die Leinwand (oder einen an- 
deren Malgrund, Pappe, Papier) gemacht, wenn der Gegenstand 
in ganzer oder in halber Lebensgröfse dargestellt wird. Wenn 
aber kleiner, so macht man nur die ersten Hauptzüge mit weifser 
Kreide oder Kohle, und berichtigt die Einzelheiten mit schwarzer 
Kreide oder Rotstein, mit welchen sich zarter und feiner zeichnen 
läfst, da sie scharfer zugespitzt werden können. Bleistift ist hierzu 
nicht zu verwenden, weil sich das Blei durch dünnere Lagen 
Farbe förmlich durehfrifst und wie auf der Farbe liegend später 
zu sehen, doch aber von ihr gebunden ist. 
Ist man noch nicht geübt genug, so kann man auch die Ge- 
genstände auf dünnem Papier entwerfen. Auf diesem korrigiert 
Ilnd feilt man an der Zeichnung so lange, bis man damit zufrieden 
ist. Alsdann überträgt man die Zeichnung auf die Leinwand, in- 
dem man sie durchzeichnet. 
Das Durchzeichnen (Kalkieren) 
kann man auf zweierlei Weise. 
I. Man färbt die hintere Seite des Papiers sehr 
    
stark 
mit
        

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