Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1346518
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1348284
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Achter Abschnitt. 
grofse 
Der 
Läufer. 
und der kleine 
Von welchem Material der Läufer auch sei, immer ist erfor- 
derlich, 1) dal's er unten gut abgedreht ist; 2) dals er rings um 
den unteren Rand eine abgerundete, polierte Kante hat;  dals 
die Fläche, mit welcher die Farbe zerquetscht und gerieben wird, 
matt und unpoliert ist. Das erste ist notwendig, um gut mit dem 
Spachtel daran hantieren zu können. Das zweite um der Farbe 
Zugang unter den Läufer zu verschaffen, da eine scharfe Kante fest 
aufsitzen, die Bewegung hindern würde; poliert muls die Kante sein 
damit die sich daran hängende Farbe leicht wieder davon lösen lafst. 
Da aber der Porphyr ein kostbarer Stein und besonders 
schwer zu schneiden ist, so macht man dergleichen Läufer nicht 
aus einem Stück, sondern begnügt sich mit einer guten Basis von 
Porphyr, etwa 2 cn1 stark, welche man an einen Griff von hartem 
Stein festkittet. 
Um eine Basis von Porphyr oder Achat an den Handgriff 
eines Läufers festzukitten bedient man sich eines fetten Kittes 
oder "eines guten Cements von fein pulverisiertem Ziegelstein mit 
reinem Bleiweifs gemischt, das Ganze dann mit gekochtem Leinöl 
oder Trockenürnis angemacht. Dieser Cement mufs fast die Kon- 
sistenz des Glaserkitts haben. 
Man erwärmt langsam und bei sehr schwachem Feuer beide 
Stücke, wenn man sich des fetten Kitts bedient, den man in einer 
Kasserolle oder in einem eisernen Löffel auf dem Feuer schmelzen 
läfst. Mit diesem heifsen Kitt reichlich bestrichen fügt man beide 
erwärmten Stücke an einander und achtet darauf, dal's sie durch- 
weg, zumal aber in der Mitte fest an einander geprest sind. Zu- 
letzt wird mit einem ziemlich heiFsen Messer der überflüssige 
Cement an dem Rand der Fugen hinweggenommen und geglättet. 
Bei dem kalt angewendeten Cement braucht man die Stücke 
nicht warm zu machen, palst und preist sie eben so sorgfältig 
aufeinander, muls sie aber dann drei oder vier Tage ruhen lassen, 
bis der Cement sich erhärtet hat.  
Der kleine Läufer, etwa 5 cm im Durchmesser an der 
Basis, lO bis 15 cm hoch, ist aus einem Stück von Porphyr, 
Achat, Biskuit-Porzellan, meistenteils von Glas hergestellt, und 
sind an ihn dieselben, für das Reiben der Farbe notwendigen 
Forderungen zu stellen, wie an den grofsen Läufer.
        

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