Volltext: P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde

des lichten 
Schlemmen 
Ockers. 
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rollt man eine gewöhnliche Glasflasche über die Farbe, um sie in 
ein feineres Pulver zu verwandeln. Man darf jedoch nicht zu stark 
darauf drücken, um auf den harten und spitzigen Steinchen das 
Glas nicht zu zerbrechen, oder wohl gar Steine mit der guten 
Farbe zugleich zu zerquetschen. Einzelne solcher Steinchen nimmt 
man natürlich gleich heraus. 
Hierauf nehme man drei grofse ordinäre aber glasierte 
Schüsseln mit einer Schnauze oder Tülle, um Wasser ablaufen zu 
lassen. Sie müssen achtzehn bis zwanzig Zoll im Durchmesser 
und ungefahr sechs Zoll Tiefe haben, auch ganz neu und niemals 
gebraucht sein, am wenigsten zu fettigen Sachen. In die gröfste 
von den dreien schütte man den pulverisierten Ocker und Quell- 
wasser darauf bis einen Zoll hoch vom Rande. Mit einem kleinen 
reinlichen Stocke rührt man etwa eine Minute lang die ganze 
Farbenmasse durcheinander, um alles auszusondern, was oben 
schwimmen kann und läfst dann die Farbe ruhig stehen, bis sie 
sich ganz gesetzt" hat und das darüber stehende Wasser wieder 
klar erscheint. Alsdann giefst man dies mit allem darauf Schwim- 
menden behutsam ab, jedoch ohne Farbe mitlaufen zu lassen, 
denn gerade die oberste ist die beste. Dies ist sehr leicht mit 
einiger Aufmerksamkeit zu bewirken, da alle oben schwimmenden 
Körper, wie Stroh, Holz etc. leicht mit dem ersten Wasser von 
selbst abfliefsen. Wird man noch zu grofse Stücke Ocker gewahr, 
so zerquetsche man sie in der Schüssel mit dem Ende des Roll- 
holzes. Dieses erste Schlemmen wiederholt man zwei bis drei Mal, 
bis die Oberfläche des Wasser ganz rein bleibt, welches nach acht 
bis zwölf Minuten der Fall sein wird. Hierauf rührt man die 
Farbe mit genügend viel Wasser, das bis ungefahr 24 mm weit 
vom Rande gehen mufs von neuem sehr stark und lebhaft um. 
Während alle Farbe im Wasser gleichsam schwebend ist, giefst 
man sie augenblicklich in die zweite Schüssel, und lafst also hier- 
bei alle Farbe mit ablaufen, ausgenommen den Satz, welcher das 
Gröbste nebst den Steinen enthält. In die erste Schüssel schüttet 
man frisches Wasser, rührt den Bodensatz von neuem, und giefst 
das Wasser, ehe es sich abklart, in die dritte Schüssel, jedoch mit 
Vorsicht, damit nicht der Bodensatz mit der guten Farbe zugleich 
abiliefst. Hierauf giefst man das Wasser, welches indefs hell
	        
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