Volltext: P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde

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Fünfter Abschnitt. 
Trockenmittel, 
Verwendung. 
schwinder als das gewöhnliche Nlohnöl, ist zwar etwas zähe, auch 
mufs die ganze Masse der Farbe, die zur Lasur dienen soll, mit 
diesem gebleichten Öl allein angemacht sein, dann aber wird der 
Ton der Lasur derselbe bleiben, und ziemlich gut trocknen, wenn 
auch nicht so geschwind als mit Trockenöl, welches aber natür- 
licher Weise den Ton etwas brätunlichgelb Farben würde. Lüfte 
und Fernen würden unnötiger Weise damit verdorben werden, da 
die Quantität Weil's, mit welcher die Farben dazu gemischt wer- 
den und zumal mit Kobalt oder Berliner Blau sogar schon ein 
überaus schnelles Trocknen bewirkt. 
Ohne Zusatz von Firnis trocknet der reine, unvermischte 
Zinnober schwer, aber nur rein oder mit Lacken und anderen 
schwer trocknenden Farben vermischt. Sobald aber Weifs dazu 
kommt, ist der Firnis überflüssig. Bei ganz reinem Gebrauch 
(ein sehr seltener Fall), müfste man den Zinnober ganz allein 
mit reinem gebleichten Öl anmachen, ohne irgend etwas von 
dem gewöhnlichen Mohnöl, wie vorher bemerkt ist. Dagegen 
kann man bei dunkeln Färbungen, welche aus schwer trocknenden 
Farben gemischt sind, wenn auch zu den Lichttönen Weil's mitge- 
braucht ist, besonders im Winter, doch auch zu diesen Tönen 
schon etwas Trockenöl zusetzen.  
Nach einiger Übung lehrt dann die Erfahrung schon, zu 
welchen Farben, wann, 0b viel oder sehr wenig Trockenöl hin- 
zuzusetzen ist. Unter allen Umständen aber ist es besser, zu 
wenig davon zu nehmen, als zu viel. 
In dem Verzeichnis der Farben endlich übersieht man leicht, 
zu welchen Farben etwas Firnis erforderlich ist, wenn man "sie 
ohne Weil's oder eine andere Farbe gebraucht, die zum Trocknen 
beiträgt. Dort hat man auch gesehen, dafs die Smalte und der 
Kobalt ebenfalls gute Trockenmittel sind. 
Statt dieses oder in ähnlicher Weise hergestellten Trockenöls 
braucht man vorzugsweise das Siccatif de Courtray und das
	        
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