Volltext: P. L. Bouviers Handbuch der Ölmalerei für Künstler und Kunstfreunde

Dritter 
Abschnitt. 
Das 
Brennen 
verschiedener 
Farben. 
Verfahren, den Venetianischen Lack oder den 
Karmin zu brennen, um ihn viel dunkler und zugleich 
dauerhaft zu machen. 
Es ist schon früher gesagt worden, dal's nur einige Lacke 
sich zum Brennen eignen. Daher mufs man mit allen, die man 
haben kann, Versuche machen, bis sich einer findet, welcher da- 
durch sehr dunkelpurpurrot, nicht etwa farbloser wird. 
Die schönen Venetianischen Lacke oder die unter diesem 
Namen anderwarts verfertigten, sind gewöhnlich hierzu die besten. 
Sie müssen aus der Cochenille verfertigt sein, sowie es auch der 
gute Karmin ist; da aber gelegentlich auch aus F arbehölzern oder 
anderen nicht dauerhaften Materialien verfertigte Farben für guten 
Lack oder Karmin verkauft werden, so mufs man erst mit kleinen 
Dosen Versuche machen. 
Man nehme einen silbernen Suppenlöffel und halte ihn über 
glühende Kohlen; in diesen schütte man der? pulverisierten Lack 
oder Karmin. Man rühre mit einem kleinen Stock von hartem 
Holz die Farbe beständig um, und sie wird sehr bald einen übel- 
rieehenden Rauch ausdünsten, den man nicht einatmen darf. Die 
Kohlen darf man nur sanft anblasen, damit keine Asche in den 
Löffel fallt. Man mufs aber doch ein lebhaftes Feuer unterhalten, 
und dabei die Farbe beständig rühren, bis sie das schöne dunkel- 
braune Purpurrot der Nelken erhält. Alsdann nehme man den
	        
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