Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouvier's Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1340265
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1345869
Herstellung einzelner Stellen. 
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Farbe vom Grunde zu lösen droht. Dies ist meistentheils eine 
Folge von Feuchtigkeit, die durch das Holz gedrungen war, sich 
unter der Farbenmasse gesammelt hatte und, da sie nicht schnell 
genug verdunsten konnte, diese abhob, sie spröde machte, springen 
und sich spalten liess, während das Holz sonst noch gesund und gut 
war und blieb. Auch hierbei ist es nicht nöthig, die ganze Ma- 
lerei abzuheben und auf neue Leinwand zu bringen, sondern 
man versucht den Schaden auf folgende Weise herzustellen: 
Nachdem man einen starken Leim bereitet und mit etwa 
einem Achtel Trockenfirniss aus Mohnöl vermischt hat, 
legt man das Bild horizontal mit der Bildilache nach oben und 
giesst den Leim sehr heiss über die ganze schadhafte Stelle, 
so dass derselbe in alle Risse und Spalten eindringt und so auch 
unter die Farbenstückchen gelangt, die im Begriff waren, sich ab- 
zulösen. Ist der Leim trocken geworden, so nimmt man den auf 
der Oberüäche zurückgebliebenen ab, klebt nicht mit zu starker 
Klebmasse auf der ganzen schadhaften Stelle dünnes, glattes Pa- 
pier auf und mehrmals über einander, wie dies bei dem vorigen 
Verfahren über die ganze Bildfläche ausgedehnt geschehen musste, 
und wenn Alles trocken ist, geht man in der ebenfalls oben an- 
gegebenen Weise mit dem warmen Bügeleisen darüber. Der zwi- 
schen und unter der Farbe" beündliche Klebstoff wird dadurch 
wieder flüssig, in alle kleinsten und feinsten Spalten gepresst und 
so die Stückchen F arbenmasse, die sich ablösen wollten, von 
Neuem und dauerhaft an den Grund und an einander befestigt. 
Das unter den Leim gemischte dicke Mohnöl aber soll einen 
Schutz gegen erneutes Ein- und Vordringen der Feuchtigkeit ge- 
währen, die sonst auch leichter den Leim aufzulösen im Stande 
sein würde.  
Dem Verwerfen und daher kommenden Zerspalten der Holz- 
tafeln alter Bilder, dem man bei neuen Zusammenfügungen von 
Holzplatten durch verschiedenartiges Zusammenleimen der Hölzer 
vorzubeugen sucht, begegnet man durch ein auf der Rückseite 
angebrachtes sogenanntes P arquet. Dies ist eine Art von Rost 
von verhältnissmässig starkem Fichtenholz, dessen mit den Holz- 
adern der Bildtafeln gleichlaufende Stäbe auf jenen festgeleimt 
sind. Die durch passende Falze oder Einschnitte in der Dicke
        

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