Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouvier's Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1340265
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1345139
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Lection. 
Fünfundzwanzigsfe 
Das 
Aufspannen 
der 
Leinwand. 
die jetzt oben steht, fest. Hierauf verfahrt man eben so mit den 
beiden anderen Seiten, bis auf allen vier Seiten des Rahmens 
drei Nägel eingeschlagen sind. Man wiederholt dieses Verfahren 
von Neuem und macht zwei andere Nägel rechts und links auf 
allen Seiten fest, und so fort bis die Leinwand nicht weiter un- 
befestigt ist, als zwei oder drei Zoll breit an allen vier Ecken, 
Dass man, ehe man jeden Nagel einschlägt, die Leinwand 
zuvor straff angezogen und mit der Zange gefasst haben muss, 
bedarf keiner Erklärung und versteht sich von selbst; aber wie 
dieses Fassen angefangen werden muss, ohne die Leinwand zu 
zerreissen, und wie man sie nach und nach durch massiges Drücken 
und kleine Rucke anziehen muss, soll jetzt erläutert werden. 
Um die Leinwand anzuziehen, ohne sie zu zerreissen, nimmt 
man sie unterwärts doppelt, auf der Stelle, wo die Zange ein- 
greifen kann, und setzt die Backen dergestalt ein, dass sie die 
Leinwand von einem Ende dieser Backen zum anderen gleichförmig 
fassen, das heisst, die Backen müssen mit dem Rande des Rah- 
mens parallel in einer Linie stehen ohne die Leinwand zu ver- 
drehen, so dass sie dieselbe gleichmassig in dem ganzen gefassten 
Theile anziehen. Dies muss eben mit der ganzen Breite des Beckens 
geschehen.  
Nachdem man hierzu die Leinwand mit den Fingern unter- 
wärts verdoppelt hat, fasst mant sie mit der Zange, indem man 
den Ellbogen und den Griff der Zange etwas hebt und dann nach und 
nach in kleinen und gelinden Rucken niederlasst, indem man den 
unteren Backen gegen das Rahmenholz stemmt, wodurch die Hand 
mehr Kraft erhält. Auf diese Art zieht man die Leinwand 
(jedoch mit aller Vorsicht) so lange an, bis man merkt, dass sie 
zu grossen Widerstand leistet. Ohne die Zange, deren Backen 
jetzt viel niedriger stehen, als zuvor beim Anfang, fahren zu 
lassen, und indem man immer die Backen gegen das Rahmßnhglz 
unterwarts stemmt, ergreift man die Pfrieme mit ihrem Heft, sticht 
das Loch mitten durch die Leinwand und in die Mitte der Stärke 
des Holzes, nimmt einen Nagel, den nxan mit den Lippen gehalten 
oder nahe bei sich gehabt hat, und steckt ihn in das vorgestochene 
Loch, schlagt ihn mit dem Hammer ganz ein, und nun erst lässt 
man die Zange los.  So verfährt man bei jedem Nagel, indem
        

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