Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouvier's Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1340265
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1345015
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Dreiundzwanzigste Lection. 
Leinwand, 
Pappe etc. 
sein. Am sichersten und besten sind die Pannele, welche aus 
zwei, drei oder vier übereinander geleimten dünnen Holzplatten 
bestehen, von denen jede so gelegt ist, dass die Holzfaser nach 
einer andern Richtung geht als die der andern Platten. 
Die Pappe und das starke Papier können ebenso wie die 
Leinwand und die hölzernen Tafeln mit einem Oel- oder Leim- 
grund grundirt werden, allein die Pappe, besonders wenn sie 
nicht so dünn ist wie etwa die Dicke dreier Spielkarten, zieht 
sich leicht krumm, verwirft sich und bildet Erhöhungen und Ver- 
tiefungen, die man nicht wieder herausbringen und eben machen 
kann, man mag sie pressen und hämmern wie man will, 
wenn man von der Pappe Gebrauch machen will, um Land- 
schaftsstudien im Freien zu malen, muss man sie also ganz fein 
wählen, eine Viertel-Linie dick, und wenn sie sich hinlänglich 
gerade und eben halten soll, darf sie nicht grösser, als höchstens 
einen Fuss oder fünfzehn Zoll sein. Was das Papier betrifft, so wählt 
man es stark. Papier und Pappe, um an der Staffelei darauf 
arbeiten zu können, müssen auf ein Reisbrett oder eine sehr 
starke Pappe entweder mit Heftnägeln, Oblaten oder sonst wie 
befestigt werden. Das Papier ist viel biegsamer und kann durch 
starken Druck oder Anspannung angezogen werden, und ist desshalb 
der dünnen Pappe, und mit noch mehr Grund der Pappe, die etwa 
eine Linie stark ist, vorzuziehen. Also handelt es sich nur um dünne 
Pappe oder starkes Papier, welche aber beide "dann so zu befestigen 
sind, dass sie der Bewegung des Pinsels widerstehen können, ohne da- 
durch zerknittert zu werden oder aus der richtigen Lage zu kommen. 
Wenn man im freien Felde auf Pappe nach der Natur malt, 
muss man ein leichtes hölzernes Kästchen von funfzehn bis 
zwanzig Zoll haben, um es bequem fortzubringen. Das Kästchen 
muss auf drei seiner Seiten einen Rand von einem Zoll haben mit 
einem Falz, in welchem ein Deckel eingeschoben werden kann. Der 
Grund des Kästchens muss rings herum einen Zoll grösser sein, 
als die Malerei, damit man den Pinsel leicht führen und bis an 
die Ränder und in die Ecken malen kann. Auf dem Grunde des 
Kästchens befestigt man die Pappe in den vier Winkeln mit 
weichem Wachs oder vier kleinen Nägeln. Die Einfassungen 
schützen die Malerei gegen den Wind und Staub, während man
        

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