Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouvier's Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1340265
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1344684
Pinsel. 
Reinigung der 
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Von 
und 
der Sorgfalt, welche die Erhaltung der 
Haarpinsel erfordert und von der Art, 
reinigen, ohne sie zu verderben. 
Borst- 
sie zu 
Fast alle Kaufleute und Maler klagen über die Zerstörung 
der Pinsel durch Mieten (eine Art Made, welche die Pinsel. zer- 
frisst). Einige verwahren sie sorgfältig in Kästchen mit ge- 
stossenem Pfeffer, Andere wickeln sie ,in Papier, das mit Ter- 
pentinessenz getränkt ist etc. Auf die Länge aber helfen diese 
Verwahrungsmittel zu nichts, die Insecten kehren sich nicht daran 
und zerfressen die Pinsel. 
Dagegen ist folgendes Mittel erprobt: Man muss jeden Haar- 
oder Borstpinsel einzeln mit Olivenöl tränken. Die Würmer ver- 
greifen sich nicht an öligen Gegenständen, so lange das Oel, wo- 
mit sie getränkt sind, nicht eingetrocknet ist. Da das Olivenöl 
die Eigenschaft hat, gar nicht leicht zu trocknen, so behält es 
viele Jahre diese seine ölige Beschaffenheit, hält die Insecten ab 
und lässt sie umkommen, wenn sie davon berührt werden. 
Man tauche daher alle neuen Pinsel, Haar-, sowie Borstpinsel 
in Olivenöl, auch sogar alle diejenigen, die schon zum Malen ge- 
braucht, aber so gut gereinigt worden sind, dass sie doch mit 
der Zeit fähig werden könnten, die Mieten nicht mehr abzu- 
schrecken. Eingetaucht drückt man wieder einen nach den an- 
deren mit einem feinen Lappen ganz leicht aus, um das über- 
flüssige Oel fortzuschaffen. In diesem Zustand verwahrt man sie 
in einem oder mehreren Kästchen, je nachdem sie gross oder 
klein sind.   
Nach Verlauf einiger Zeit, wenn man die Borst- oder Haar- 
pinsel gebrauchen will, braucht man sie nur gut auszudrücken 
und das übriggebliebene Oel zwischen den Fingern mit einem 
Läppchen feiner Leinwand abzuwisehen, darauf, ohne sie übrigens 
mit Seifenwasser oder auf andere Art zu waschen, braucht man 
sie nur sieben oder acht Mal mit Mohnöl zu tränken und sie 
jedesmal auf dem Blech des Pinseltrogs sanft abzustreichen, so 
wie man gewöhnlich die Pinsel reinigt. Alsdann kann man sich 
derselben mit aller Sicherheit bedienen, und man hat nißht zu 
befürchten, dass die Farben am Trocknen verhindert würden.
        

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