Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouvier's Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1340265
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1344669
Borstpinsel. 
373 
im Pinsel sind, macht er Furchen in die damit aufgetragene Farbe. 
Wenn man dergleichen hat, muss man sie auf die Seite legen und 
sie blos bei Hintergründen, Haaren oder sonstigen Arbeiten ge- 
brauchen, in welchen einige leichte Furchen nicht nachtheilig sind. 
Man bediene sich so viel als möglich und vorzugsweise der 
Borstpinsel, wie schon früher anempfohlen ist. Man kann dies 
nicht genug wiederholen, weil alle Anfänger sehr geneigt sind, 
die Haarpinscl den Borstpinseln vorzuziehen; allein die Oe,l- 
malerei verlangt eine fette und breite Behandlung und man muss 
für die Weichheit die Mittel, welche die Malerei selbst uns dar- 
bietet, hierzu benutzen. Man brauche daher die Haarpinsel nur, 
um feine Pinselstriche, die eine grosse Delicatesse erfordern, ge- 
nauer anzugeben, oder auch für manche kleine Gemälde, auf 
welchen der natürliche Maassstab der Gegenstände ausserordent- 
lich klein ist, wie auch für sehr kleine Köpfe und Figürchen von 
Menschen und Thieren von so kleiner Dimension, dass sie selbst mit 
den kleinsten Borstpinseln nicht bestimmt genug behandelt werden 
können. Der Grund für alles dies ist nicht allein, weil man die 
Borstpinsel überhaupt viel stärker macht, als die eigentlichen 
Haarpinsel, sondern auch weil die Borstpinsel die Farbe besser 
auf die Leinwand absetzen, während die Haarpinsel sie rollen, 
wegwischen und mit sich fortnehmen, daher erscheint dann eine 
Arbeit mit Haarpinseln auch leicht mager und gequält. 
Es ist unnütz, in der linken Hand eine zu grosse Anzahl 
von Haar- und Borstpinseln zu halten. Sechs oder höchstens 
acht Borstpinsel und zwei bis drei Haarpinsel sind zu Allem hin- 
reichend. Eine grössere Anzahl ist mehr hinderlich und man 
verliert nur Zeit, sie nach dem Ton, mit dem sie schon gebraucht 
sind, auszusuchen. Wenn es in irgend einem Falle wünschens- 
werth ist mehr Pinsel zu gebrauchen, wird es besser sein, dass 
man einige davon in den Pinseltrog legt, um an deren Stelle 
eben so viel reine zu nehmen, man kann ja die, welche man weg- 
legt, wieder nehmen, um sie zu derselben oder wenigstens einer 
ganz ähnlichen Farbe zu benutzen, zu welcher sie schon ge- 
braucht waren. Uebrigens darf man nicht verabsäumen, die 
Borstpinsel Abends zu reinigen, was zwar unangenehm und lang- 
weilig ist, aber sie verderben sonst. Schon während der Arbeit
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.