Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouvier's Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1340265
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1342837
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Lection. 
Elfte 
Untermalung. 
Die 
wie 
und 
Um 
und am Ende gerundet ist, 
beschabe damit ganz leicht 
Erhabenheiten der Farbe. 
und 
und 
blos 
die englischen Tafelmesser 
geschickt die dicken Stellen 
dies besser zu sehen und 
die rechten Stellen beim Schaben zu treffen, stellt man sich gegen 
das Licht und hält das Gemälde so, dass die Lichtstrahlen blos 
auf die vorstehenden Stellen der Farbe fallen und über alle 
übrigen Theile des Gemäldes blos hinweggleiten und verschwin- 
den; mit einem Wort, man muss sich so stellen, als wollte man 
gerade die Wirkung dieser Erhöhungen recht in Augenschein nehmen. 
Der Künstler setzt sich hierzu dem Fenster gegenüber, halt das 
Gemälde vor sich und wendet es bis auf den richtigen Punkt, 
von wo aus man allmalig alle Unebenheiten und zu sichtbare Er- 
habenheiten der Farbe entdeckt; alsdann beschabt man diese mit 
Hülfe des erwähnten Messers und nimmt sich dabei wohl in Acht, 
nicht zu viel zu thun, indem man das Gemälde fortwährend so 
hält, wie ich gesagt habe. Man hält die Messerklinge fast wage- 
recht d. h. sehr wenig geneigt, damit man nicht Gefahr lauft, zu 
viel Farbe abzuschaben oder hineiuzuschneiden. 
Diese Arbeit dauert nicht lange ist aber nothwendig; denn 
wenn man diese Erhöhungen der Farbe iibermalen wollte, so 
würde sich immer die neue Farbe hier anhäufen und das Uebel 
vermehren. Selbstverständlich ist dies nur nothwendig, wo ein 
glattes Aeussere mit der Form verbunden darzustellen ist. Bei 
rauher Oberfläche, zumal wenn die Rauhigkeiten willkührlich sind, 
wie bei Felsen, Mauerwerk etc. können die Unebenheiten der 
Malerei noch den Schein der Wahrheit erhöhen. 
Haben sich Unreinlichkeiten auf die Farbe gesetzt, so nimmt 
man sie vermittelst des Messers mit aller Aufmerksamkeit und Be- 
hutsamkeit ab. Es ist sehr wichtig, dass auf der Untermalung 
bei kleinen Bildern wenigstens garkeine Unsauberkeit und fremde 
Körper zurückbleiben, denn sie würden als sehr starke Erhöhun- 
gen sichtbar sein, wenn das Gemälde beendigt und mit Firniss 
überzogen ist. Nach diesen Arbeiten nehme man einen grossen 
weichen Schwamm, in welchem keine harten Körper sich befinden 
und wasche mit vielem Wasser die Untermalung immer hin und 
her. Kann man das Gemälde unter einen Wasserhahn stellen, so 
ist es noch besser, jedoch halte man den Rahmen ein wenig
        

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