Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. L. Bouvier's Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1340265
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1342082
Trocken öl, 
Verwendung. 
hellen und biillanten Lichtern der Carnation, auch nicht zur Wäsche 
oder zu Gewändern von frischer und heller Farbe. Nicht zu den 
Fleischfarben, wohl aber zu gewissen ähnlich gefärbten lackartigen 
Draperieen, wenn man sie mit ganz reinem Lack lasirt, darf man 
es anwenden. Sobald aber etwas Weiss hinzukommt, wie bei der 
Untermalung, so reicht dies als Trockenmittel aus. Dann setze man 
also nichts weiter hinzu, sonst wird die Rosenfarbe ausserordentlich 
schmutzig. Was sonst noch Lasuren für sehr frische Färbungen, wie 
z. B. helles Blau, Lila und röthliches Blaugrau (Gris de lin) betrifft, 
S0 würde der geringste Theil von einem braunen Oel sie gelb machen, 
mithin bediene man sich zu solchen Färbungen des gebleichten 
Oels, dieses Oel trocknet viel geschwinder als das gewöhnliche 
Mohnöl, allein es ist etwas zähe; dagegen muss die ganze Masse 
der Farbe, die zur Lasur dienen soll, mit diesem gebleichtem 
Oel ganz rein angemacht sein, alsdann wird der Ton der Lasur 
derselbe bleiben, und ziemlich gut trocknen, obgleich nicht so 
geschwind als mit Trockenöl. Niemals brauche man das letztere 
in den Lüften und zu den Fernen; sie würden unnöthiger Weise 
damit verdorben werden, die Quantität Weiss, mit welcher der- 
gleichen Farben für diese Gegenstände gemischt sind, ist hin- 
reichend, dass sie ohne ein anderes Mittel trocknen können. 
Ohne Zusatz von Firniss trocknet der Zinnober schwer, aber nur 
wenn man ihn rein braucht, oder mit Lacken oder anderen Farben, 
die schlecht trocknen, vermischt. Sobald aber Weiss dazu kommt, 
ist der Firniss überflüssig, nur wenn man ihn, was aber selten 
geschieht, als sehr leichte Lasur auftragen wollte, und alsdann 
muss man ganz reines gebleichtes Oel anwenden, ohne den ge- 
ringsten Zusatz von dem gewöhnlichen Mohnöl. 
Bei schwarzen, dunkelblauen oder braunen Draperieen, wo 
man zu den Lichtern, besonders den zwei ersten, Weiss braucht, 
kann man dennoch etwas Trockenöl dazu mischen, weil dieses 
Farben sind, bei welchen man nicht Gefahr läuft, dass sie zu 
trübe werden. Eben dieses kann man von dem Grün der 
Landschaft in den Vordergründen oder von Draperieen sagen, 
Sowie von gewissen Tönen der Felsen oder des Mauerwerks, in 
welchen eine bräunliche Färbung nichts verdirbt. Wenn man 
etwas Praxis erlangt hat, so wird man leicht die Farben und die 
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