Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335068
Lection. 
Erste 
Schwarz. 
Elfenhoinschwarz. 
den Ton, den sie von Natur haben, theils, weil ihre schwarze 
Farbe mehr oder weniger frisch und intensiv ist, theils weil sie 
viel milder, viel sammetartiger oder viel leichter zu reiben sind, 
theils endlich, weil sie viel leichter trocknen als andere. Ich gebe 
jetzt neun bis zehn Arten an, nicht, um junge Künstler zu ver- 
anlassen, sich diese alle anzuschaffen (dies würde langweilig und 
unnütz sein); allein ich glaube sie damit bekannt machen zu 
müssen, damit sie bei vorkommender Gelegenheit Wissen, durch 
welche unterscheidende Merkmale sie kenntlich sind. 
Elfenbeinschwarz. 
Dies ist ein sehr intensives Schwarz, milde, geschmeidig und 
leicht zu Zerreiben. Man macht viel Gebrauch davon; allein es 
trocknet nicht schnell. Indessen wird man oft damit betrogen: 
im Handel mischt man unter das Elfenbeinschwarz oft viel Bein- 
schwarz, 
welches 
erst 
nach 
sehr 
langer 
Zeit 
trocknet. 
Kaffeeschwarz. 
Dieses Schwarz, welches sehr wenig bekannt, ist im Handel 
noch nicht zu kaufen. Es ist eine der besten schwarzen Farben, 
die man brauchen kann. Es ist milde und nicht fettig, leicht und 
ausserordentlich fein, selbst schon vor dem Abreiben 1), und giebt 
mit Weiss vermischt sehr bläulich-graue Töne: eine sehr kost- 
bare Eigenschaft, um blau zu untermalen und halbgrüne Töne zu 
machen. Es kostet weiter nichts, als die Mühe, es zu bereiten, 
und ich ziehe es dem Weinrebenschwarz weit vor, obgleich dieses 
auch vortreiiiich ist, allein das erstere ist mit dem Läufer in 
zwei Touren gerieben, wogegen das Weinrebenschwarz dem Läufer 
widersteht und sich daher sehr unvollkommen und langsam zer- 
1) Fast alle schwarzen Farben sind so leicht, dass sie obenauf schwimmen, 
wenn man sie mit Wasser reiben Will, sei es, wenn man sie mit Gummiwasser 
yerbrauchen oder auch als trocknes Pulver in einem Flacon aufbewahren will, 
um sie bei Gelegenheit mit Oel anzureiben, was bei dem Farbenreiben sehr 
hinderlich ist. Durch folgendes einfache Mittel kann es vermieden werden. Ehe 
man Wasser hinzugiesst, muss man das schwarze Pulver mit Weingeist an- 
ieuchten, dann setzt es sich sogleich, und mischt sich leicht, nach zwei oder 
drei Umläufen des Spaehtels und Läufers, nun setze man das nöthige Wasser 
hinzu, um es zu reiben, und es wird nicht mehr obenauf schwimmen.
        

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