Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335042
Erste 
Lection. 
Gemischtes 
Braun. 
die des Regenbogens, welche die Lichtstrahlen hervorbringen und 
alle sichtbaren Gegenstände erleuchten. Man wird vielleicht ein- 
wenden, dass ich dabei weder der violetten, noch der grünen, 
noch der Orangefarbe gedenke; hierauf antworte ich, dass sie in 
der That in diesen drei Farben enthalten sind, denn mit Blau 
und Gelb macht man grün, mit Carmoisin (eine Art Roth) und 
Blau erhält man violett, und aus Roth und Gelb entsteht die 
Orangefarbe.  
Hier hat man also alle wirklichen Farben des Regenbogens. 
Man kann also dieses Braun componiren, und ihm den ver- 
langten Ton geben, indem man eine oder die andere von den 
drei Farben vorherrschen lasst. Also kann man es grünlich 
machen, wenn man wenig Lack hinzusetzt; violett, wenn man 
wenig Gelb hinzuthut; röthlich, wenn man Wenig Blau damit ver- 
mischt. Die Farbe wird warm und orangenartig, wenn man 
wenig Blau hinzusetzt und das Gelbe und Rothe vorherrschen 
lässt etc.; endlich wird ein vollkommen schönes Braun entstehen, 
wenn man diese drei Farben zu gleichen Theilen mit einander 
vermischt, wobei man jedoch behutsam und sparsam mit dem 
Berli nerblau sein muss, welches die Eigenschaft: hat, die natür- 
liche Farbe der beiden anderen gewissermassen zu verlöschen und 
in sich zu verschlucken. Mit diesen Lasuren, mehr oder weniger 
stark oder schwach aufgetragen, und je nachdem man Blau, Gelb 
und rothen Lack, mehr oder weniger dunkel oder hell dazu 
nimmt, erhält man alle nur denkbaren Tinten. 
Beispiel. Mischung zu einem Braun, womit eine schon etwas 
entfernte Fläche, oder jeder andere Gegenstand, den man nicht 
zu sehr dunkel haben will, lasirt werden soll, wie z. B. Baulich- 
keiten, Felsen, Dickicht von Bäumen, Terrain, eine Draperie u. dgL, 
oder sogar eine Schattenparthie im Fleisch: 
rosa Lack Nr. 11, 
helles Ultramarin Nr. 15, 
heligelber Ocker Nr. 4.  
Man mische diese drei Farben, und lasse diejenige vorherr- 
schen, welche man für gut beiindet, wie ich oben erklärt habe,  
allein niemals lasire man über das, was man die Fernen nennt, 
die bereits einen bläulichen Ton angenommen haben.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.