Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335035
durch 
Zusammengesetztes Braun 
Mischung. 
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weil er diese Farbe von besserer Natur, als die andere, kennen 
gelernt hat, sondern es ist blosse Angewohnheit, oder er ist da- 
von hingerissen worden, weil ihm ein- oder zweimal die Parthie, 
welche er mit dieser Farbe gemalt hat, sehr wohl gelungen ist. 
Von der Zeit an braucht er sie überall, gleichsam als habe er 
den Erfolg nicht seinem Talent, sondern vielmehr der gebrauchten 
Farbe zu verdanken, wenn man bisweilen dann nur nicht sehen 
müsste, dass er sie in der Folge zurücksetzt, und alsdann noch 
mehr Nachtheiliges davon spricht, als er vorher Gutes davon ge- 
sagt, und zwar um deswillen, weil seine Arbeit nicht wieder so 
gut damit gelungen ist. 
Ich fordere daher die jungen Künstler auf, diese Art von 
Vorliebe, die unter den Malern so allgemein ist, nicht zu befol- 
gen, und um ihres wahren Besten willen verlange ich von ihnen, 
sich an die Farben zu halten, die ich ihnen anrathe, und sie zu 
dem Gebrauch zu verwenden, für welchen ich sie nach langer 
Erfahrung und zahllosen Versuchen am besten geeignet erachte. 
27. Zusammengesetztes Braun durch Mischung. 
Dies zusammengesetzte Braun, dessen Vortheile ich jetzt 
zergliedern will, ist eins der nützlichsten Hülfsmittel, das ich 
kenne. Es ist auch eins von den Dingen, die ich meinem Freund 
Töpfer zu verdanken habe. 
Dies Braun hat gar keine fest bestimmte Färbung, wie viele 
andere; man setzt es nach Belieben zusammen, indem man ihm 
genau den Ton giebt, welchen man wünscht, und Wodurch es die 
Eigenschaft erhält, zur Uebermalung und zu Lasuren über alle 
Arten von Gegenständen dienlich zu sein. Es werden nur die 
drei ursprünglichen Farben dazu genommen, nämlich Blau, Gelb 
und Roth. Aus diesen entstehen alle übrigen, ausgenommen das 
Weiss und Schwarz, welche die Physiker als keine eigentlichen 
Farben anerkennen, weil, sagen sie, das reine Schwarz alle Licht- 
strahlen ganz absorbirt, hingegen das Weiss alle Lichtstrahlen 
vereinigt. Uebrigens bedürfen wir bei den Lasuren weder des 
reinen Schwarz noch des Weiss, folglich will ich mich nicht langer 
dabei aufhalten. Ich habe gesagt, dass dies Braun aus den 
drei ursprünglichen Farben zusammengesetzt ist, dies sind nämlich
        

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