Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334993
und zweifelhafte 
zu prüfen. 
Farben 
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Es versteht sich, dass man eben die Vorsicht anwenden und 
jeden Oarton oder Stückchen Leinwand insbesondere numeriren 
muss, sowie auch einen jeden Versuch, welcher auf dem Stück 
Leinwand enthalten ist. Für die Oelfarben halt man Vsich ein 
besonderes Büchelchen, in welchem man alle Zahlen wiederholt 
und alle nöthigen Erläuterungen hinzufügt. Allein anstatt diese 
Versuche in Oel auf ein einfaches Kartenblatt zu machen, wähle 
man ein Stück Pappe, die mit Oel oder Leim zubereitet, oder 
einen Streifen Leinwand, der mit Oel grundirt ist, wie ich weiter 
unten zeigen werde 1), und damit man zu dergleichen Versuchen 
mit neuen Farben, welche der Zufall darbietet, einen Vorrath 
habe, so verfertige man fünfundzwanzig bis dreissig Stück solcher 
Stückchen Pappe oder Leinwand. Sie müssen wenigstens einen 
halben Fuss lang und fünf Zoll breit oder dem ähnlich sein, weil 
die Versuche in Oel doppelt oder dreifach grösser sein müssen, 
als die mit Wasserfarben, damit man besser weiss, woran man 
ist. Ist dieses geschehen, so lasse man die Versuche einige Zeit 
Probe halten; allein man stelle sie vorsichtig, dass weder Regen 
noch Staub sie beschädigen kann. Man vergesse aber ja nicht, 
ich wiederhole es noch einmal, die grösste Ordnung bei dem 
Numeriren zu beobachten, sowohl auf den Versuchen selbst, oder 
am Rande, als auch bei den Zahlen, welche auf den Seiten des 
kleinen Büchelchens die ersteren Zahlen wiederholen. Man er- 
lautere auch Alles durch die Namen der Farben, die Person, von 
welcher man sie erhalten, unter welchem Datum die Versuche 
gemacht sind, ob die Farbe leicht oder schwer zu reiben und zu 
verarbeiten ist, ob man sie sehr angepriesen, wie theuer sie ver- 
kauft wird, aus welchem Lande sie kommt etc. Alle diese ein- 
zelnen Umstände sind bei den Proben dieser Art unerlässlich, 
wenn man sie nach 12, 20 und sogar 40 Jahren und darüber wie- 
der erkennen soll. 
 Diese Arbeit wird nicht oft vorkommen, man verliere daher 
den Muth nicht. Es geht geschwinder von Statten, als es scheint, 
1) Wie die Leinwand, Pappe 
zuzubereiten sind, Sehe man in der 
und Holzwerk, sowohl 
dreissigsten Lectiou. 
mit 
Oel 
als 
Leim
        

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