Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334916
englischem Berlinerblau. 
Gelbrothesa Braun aus 
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Lection. Allein 
Impastiren taugt 
ich wiederhole nochmals, dass es nicht 
und auch die Leinwand nicht deckt 1). 
zum 
Ein anderes Braun aus englischem Berlinerblau 
verfertigt (von orangerother Farbe, Wenig zu 
gebrauchen) 
Dieses Braun wird aus Berlinerblau zubereitet, das in Eng- 
land fabricirt worden. Ich entdeckte es durch Zufall, indem ich 
das vorhergehende Bisterbraun suchte, ohne dass es mir jemals 
gelingen wollte; ich erhielt dafür eine andere Sorte Braun, welche, 
obgleich sie nicht schlechterdings nothwendig ist, dennoch ihren 
Werth hat. Es trocknet ziemlich gut, es verändert sich ganz 
und gar nicht, man mag es rein oder vermischt gebrauchen; es 
ist eben so zart als das vorhergehende und hat eben die Durch- 
sichtigkeit, allein seine Tiefe ist sehr verschieden; es hat bei- 
nahe die Farbe der ungebrannten italienischen Erde (Perra di 
Siena) 2), allein es dunkelt nicht so nach wie diese, Weshalb 
es sehr vorzuziehen ist. Wegen seiner grossen Leichtigkeit im- 
pastirt es nicht, allein es lasirt noch viel schöner, als die ge- 
brannte Terra di Siena, ohne jemals nachzudunkeln. Es ist viel 
schöner als. der dunkle Ocker Nr. 5, dem es in der Farbe etwas 
ähnelt, aber es ist viel lebhafter und röthlicher; es ist so zart 
und fein, dass man es beinahe nicht zu reiben braucht. Es 
scheint weiter nichts als eine Art eines sehr gereinigten Ockers 
zu sein, welcher von den eisenhaltigen. Theilen, die in der Com- 
position des Berlinerblau sind, herrührt, so dass dieses einen ganz 
reinen Ocker giebt, der mit keinem Mergel vermischt ist. 
Dieser Ocker ist denen zu empfehlen, welche sehr kleine Ge- 
mälde mit vielem Fleiss malen und nur die reinsten Farben an- 
wenden wollen; allein für grosse Gemälde würde er zu kostbar 
sein, denn von einer ziemlich grossen Quantität des englischen 
Berlinerblau, Welches man brennen muss, bleibt nur ein wenig übrig. 
1) Mit einem Borstenpinsel und mit reichlicher und fetter Farbe malen, 
so dass die Leinwand völlig damit! gedeckt wird, nennt man impastiren. 
Es ist das Gegentheil von lasiren, wo man die Farbe sehr dünn ausbreitet. 
2) Die italienische Erde ist ungeachtet ihres schönen Tons von meiner 
Palette verbannt, weil sie sehr pechhaltigist und mit der Zeit sehr nachschwärzt.
        

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