Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334880
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Lection. 
Erste 
Gebrannte 
Terra. di Siena. 
dem Ton, die brauchbarer sind. Ganz anders verhält es sich mit 
eben dieser Erde, wenn sie gebrannt ist; sie hat alsdann einen 
warmen schwer zu ersetzenden Ton, und wenn man sie nicht 
übermässig anwendet, so ist sie eine gute, leichte und durch- 
sichtige Farbe. 
21. Gebrannte Terra di Siena (Farbe orangebraun). 
Wir haben eben gesagt, dass diese Farbe von ein und eben 
derselben Substanz wie die vorhergehende ist, und der Unter- 
schied, wodurch sie sich von einander unterscheiden, entsteht blos 
durch das Brennen, das auf folgende Art gemacht wird: 
Man thue ungebrannte Terra di Siena, welche vorher in 
Stückchen höchstens in der Starke einer grossen Erbse gebrochen 
ist, in einen eisernen Löffel und lasse das Ganze bei einem leb- 
haften Feuer roth glühen, bis die Farbe selbst so lebhaft roth 
wird als der Löffel; dann schüttet man sie auf einen reinen 
Teller und die ganze Operation ist fertig. Diese Farbe ist sehr 
dauerhaft und vollkommen durchsichtig, allein dessenungeachtet 
darf man sie nicht mit Weiss vermischt gebrauchen, weil sie 
nachschwärzt und nicht gut deckt. Sie ist auch dergestalt er- 
giebig, dass, wenn man auch noch so wenig davon in eine Mi- 
schung bringt, die anderen damit verbundenen Farben absorbirt 
werden. Man muss sich ihrer also sehr sparsam bedienen, sei es 
um einen Ton, den man in der Untermalung grau und kalt 
findet, warmer zu machen, in welchem Falle man blos lasirt, oder 
um sie mit den dunklen Lacken Nr. 12 und 13 oder mit dem 
"dunklen Ultramarin Nr. 16 zu vermischen und zwar fiir die kräf- 
tigsten Schattirungen in der Garnation. Ueberhaupt, sie schickt 
sich am besten zum Lasiren und Retouchiren 1), z. B. um rothe 
Bäume damit zu lasiren, wie man dergleichen im Herbst sieht, 
kräftige Vordergriinde und zur Lasur der Draperieen von orange- 
gelber oder im Schatten brauner Farbe; man braucht sie zu Mö- 
beln von Mahagony etc., mit einem Worte überall, wo man einen 
warmen, kräftigen und hervorstechenden Ton hervorbringen will; 
der Ton derselben ist so kräftig, dass alle Gegenstände, welche 
Siehe die ncuuzehnte 
Lection vom Lasiren und Retouchiren.
        

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