Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334874
Braun. 
Terra di 
Siena, ungebrannt. 
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malen, wenn die Stoffe von einem lebhaften Blau sind. Indessen 
muss ich im Voraus bemerken, dass man Weder mit dem The- 
nard'schen Blau noch mit der Schmalte lasiren kann, denn weder 
das eine noch das andere lasst sich genug zertheilen, so fein man 
es auch reiben könnte, und ihre Theilchen bleiben immer zu 
isolirt und eckig. Will man das Reiben aufls Höchste treiben, 
so verlieren sie die Hälfte von ihrer schön blauen Farbe und 
werden 
zuletzt 
etwas 
8Tau_ 
Braun. 
20. Terra di Siena, ungebrannt (Farbe falbbraun). 
Diese Farbe hat ein schönes Braun, sie ist sehr dauerhaft 
und transparent, weil sie aber nicht gut deckt, so taugt sie nicht 
zum Untermalen. Der dunkle Ocker Nr. 5 ist in diesem Falle 
viel besser, weil er mehr Körper hat, übrigens dunkeln die siene- 
sischen Erden etwas nach und fallen in's Braunschwarz, beson- 
ders wenn sie mit Weiss vermischt werden, Wodurch das Nach- 
dunkeln noch mehr zur Erscheinung kommt. Weil sieErdpech 
enthalten, so aussert sich die Wirkung des Nachdunkelns, wenn 
man sie allein braucht, erst nach Verlauf einiger Zeit, aber viel 
geschwinder, wenn man sie mit metallischen Farben verbindet. 
Es giebt nur eine Terra di Siena, allein da sie bei dem Brennen 
eine rothbraune Farbe, die inls Orange fallt, annimmt, so unter- 
scheidet man gebrannte und ungebrannte Terra di Siena. 
Ihr Hauptverdienst besteht in einer schönen Durchsichtigkeit, die 
beim Lasiren und Malen sehr vortheilhaft ist; allein ich brauche 
die ungebrannte sehr wenig, weil sie so sehr nachschwärzt, und 
ziehe das Preussische Braun weit vor 1), das diesen Fehler nicht 
hat, eben so durchsichtig ist und weniger in's Gelbliche fallt, 
auch überdies viel leichter trocknet. Ich will mich also bei 
der ungebrannten Terra di Siena nicht länger aufhalten, um so 
mehr, als wir mehrere andere braune Farben 2) haben von eben 
1) Man sehe die Art und Weise, nach welcher das Preussische Braun zu 
verfertigen, nämlich die eine Art Nr. 22 von der Bisterfarbe, und die andere 
Nr. 23 vom Orangebraun. 
2) Man sehe auch den Artikel von dem zusammengesetzten Braun Nr. 27.
        

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