Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334866
42 
Erste 
Lection. 
'l'henard'sches Blau. 
als um etwas Weniges davon unter die Anlagen Init braunen 
Farben zu mischen, um, wie gesagt, ihr baldiges Trocknen zu 
befördern. Wenn ich ein Gemälde übermale, um es zu vollen- 
den, so bediene ich mich des Trockenöls für die schwarzen, und 
des weissen gebleichtem Oels für die hellen Farben. Das letztere 
würde nichts zu wünschen übrig lassen, wenn es nur nicht etwas 
zu zähe wäre, dadurch wird es für den Pinsel, wenn man grosse 
Parthieen, z. B. Luft oder grosse Draperieen malt, zu klebrig. 
Dessenungeachtet leistet es gute Dienste und ist in vielen Fällen 
ernstlich zu empfehlen. 
Das 
Thenardkche Blau, welches 
Kobalt verfertigt ist. 
auch 
3.118 
dem 
Dieses Blau tragt den Namen seines Eründers, eines berühm- 
ten französischen Chemikers; es hat nicht die Eigenschaft, oder 
vielmehr nicht die Unbequemlichkeit, dass es so geschwind trock- 
net wie das vorhergehende. Eine sehr lange Erfahrung habe ich 
mit dieser Farbe nicht gemacht, die übrigens zu neu, und, wenn 
ich nicht irre, nicht langer als seit zwanzig oder dreiundzwanzig 
Jahren bekannt ist. Ich habe wenig Gelegenheit gehabt, davon 
Gebrauch zu machen, indem ich das Ultramarin, wovon ich genug 
hatte, jeder anderen blauen Farbe vorzog; allein die Versuche, 
welche ich schon seit fünfzehn Jahren damit gemacht, scheinen 
sich gut zu halten, auch habe ich sonst keine Klage darüber ge- 
hört, ob man gleich in Frankreich sich dessen häufiger bedient 
als der eigentlichen Schmalte. 
Wenn es sich, mit allen übrigen Farben vermischt, gut hält 
(welches seiner natürlichen Composition nach sehr wahrscheinlich 
ist), so kann es ohne Zweifel die Stelle des Ultramarins besser 
ersetzen, als irgend ein anderes Blau, das ich kenne, weil es, 
ausserdem dass es sich gut damit arbeiten lasst, auch nicht zu 
geschwind trocknet. Uebrigens hat es mit der Schmalte einerlei 
Färbung, mithin nähert es sich auch dem Ultramarin. 
Ich kenne übrigens diese Farbe zu wenig, als dass ich sie 
empfehlen oder verwerfen sollte, und Will in meinem Urtheil nicht 
zu voreilig sein, allein nach dem, was ich davon weiss, darf man 
es recht gut wagen, Draperieen statt des Ultramarins damit zu
        

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