Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334849
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Lection. 
Erste 
Schmalte. 
ein Extract aus dem Kobalt ist. Ich weiss nicht, was die Ur- 
sache davon ist, allein mir hat ein geschickter Chemiker gesagt, 
das Thenard'sche Blau sei blos ein Salz aus dem Kobalt gezo- 
gen, mithin müsse es bei der neuen Verbindung einen grossen 
Theil seiner trocknenden Eigenschaft verlieren. Ein Mehrereg 
kann ich davon nicht sagen 1). Dem sei wie ihm wolle, der Ge- 
brauch des einen wie des anderen ist in der Oelmalerei sehr ver- 
schieden, und ich ziehe das Thenardlsche Blau der Baseler 
Schmalte vor, wenn man grosse Parthieen zu malen hat (und 
das Ultramarin nicht anwenden will), weil es dem Maler Zeit 
verstattet, an dem angefangenen Werk ruhig zu arbeiten. Ein 
anderer geschickter Chemiker unseres Staates, der Professor 
Tingri, welcher schon vor dreiundzwanzig oder achtundzwanzig 
Jahren ein Werk über die Firnisse herausgegeben hat, versichert 
im Gegentheil, es sei einer der Hauptfehler der Schmalte, dass 
sie nur schwer trockne. Ich habe mit ihm darüber seiner Zeit 
gesprochen, und er schien über die Versicherung vom Gegentheil 
und über die Erfahrungen, die meine Freunde und ich jederzeit 
gemacht, sehr verwundert und wusste nicht, welchem Urnstande 
er die Verschiedenheit seiner eigenen Erfahrungen mit denen 
unserer langen Praxis zuschreiben sollte, und glaubte den Grund 
in der verschiedenen Natur der Schmalten selbst zu finden. 
Jetzt, da ich das Thenardische Blau kenne, welches nicht sehr 
geschwind trocknet," möchte ich fast glauben, dass das Blau, wel- 
ches er aus dem Kobalt zog, sich mehr der Thenardbchen Com- 
position näherte und nicht derjenigen Schmalte, die wir gebrau- 
chen und von der ich hier reden will. 
Um aber auf unsere Schma-lte zurückzukommen, so füge ich 
noch hinzu, dass, wenn man sie mit gewissen anderen Farben 
vermischen will, um deren Trocknen zu beschleunigen, so muss 
man sich wohl in Acht nehmen, dass man die von mir angezeigte 
Quantität nicht überschreitet, wenn man in einer warmen und 
1) Man hat mir gesagt, das ThenarcPsche Blau entstehe aus dem sauren 
Kobalt. Es ist ein sehr schönes Blau. Alle Farbenhändler verkaufen es zu 
Paris als Kobalt- oder als Thenarwsches Blau, allein in der Anwendung ist ein 
grosser Unterschied, wie so eben gesagt ist.
        

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