Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334839
Schmalte. 
Kobalt. 
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und obgleich viele Maler sich dessen der Ersparniss wegen be- 
dienen und ich selbst aus eben dem Grunde mich dessen lange 
Zeit bedient habe, so mache ich davon keinen sonderlichen Ge- 
brauch mehr, seitdem ich mit Ultramarin hinlänglich versehen 
bin; nicht aus dem Grunde, weil ich es als unbeständig gefun- 
den, wie einige Personen mir gesagt, sondern seine zu stark 
trocknende Eigenschaft hat mich öfters in Verlegenheit gesetzt, 
besonders wenn ich im Sommer Fleisch oder grosse Lüfte malte. 
Das schönste erhält man aus Basel in der Schweiz oder von an- 
deren Orten Deutschlands; die Unze kostet sieben bis acht Fran- 
ken, ist sehr fein pulverisirt, aber nicht gerieben. Folgendes 
kann ich indessen in gewissen Fällen zum Vortheil dieser Farbe 
für ihren Gebrauch sagen: 
Sie hat die besondere, öfters sehr erwünschte Eigenschaft, 
dass sie alle Farben sehr schnell trocknen macht, wenn man 
darunter nur ein wenig mischen kann, -s0, dass sie sich nicht 
merklich verändern, und zwar olme Zusatz irgend eines Trocken- 
öls, das sogar schädlich sein würde. Ich habe schon gesagt, 
dass die Schmalte vermischt werden kann mit Ultramarin, mit 
Schwarz und Braun, in der Absicht, das Trocknen dieser Farben 
zu beschleunigen, um so mehr, da es nur eines Zwanzigtheils be- 
darf und noch weniger," um den gewünschten Erfolg, die Be- 
schleunigung des Trocknens der Farben, welche von selbst sehr 
langsam trocknen, zu erreichen. Da übrigens die Schmalte weiter 
nichts ist, als ein blaues Glas, so hat sie nicht die Eigenschaft, 
die anderen Farben stark zu färben und bis in's Unendliche sich 
mitzutheilen, wie das Berlinerblau und einige andere Farben; sie 
ist daher in den Vermischungen kaum bemerkbar, es sei denn, 
dass man zu verschwenderisch damit verfahrt, sonst bleiben die 
Theilchen derselben stets isolirt und zeigen sich nicht so aus- 
giebig im Verhaltniss wie alle übrigen Farben. Ich bin nicht 
Chemiker genug, um zu wissen, woher die ausserordentliche 
trocknende Eigenschaft dieser Farbe entsteht, allein es ist 
ausgemacht, dass dieselbe, deren ich und meine Freunde uns 
seit mehr als zwanzig Jahren bedienten und allezeit aus Basel 
kommen liessen, jederzeit diese Wirkung hervorbrachte. Ganz 
anders verhält es sich mit dem Thenardbchen Blau, das auch
        

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