Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334823
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Lection. 
Erste 
Berlinerblau. 
erfolgte erst einige Jahre nachher, nachdem ich es zur Probe 
ausgestellt hatte. Hieraus kann man schliessen, dass ein gutes 
Berlinerblau, in Wasser gebraucht, fast unveränderlich ist. In 
Oel angewandt ist es nicht ganz das nämliche, denn es wurde 
grünlich oder bräunlich, jedoch sehr wenig in Vergleichung mit 
allen übrigen Arten Berlinerblau, welche ich zu gleicher Zeit oder 
nachher versuchte. 
Es bleibt dessenungeaohtet eine sehr sdhatzbare Farbe auch 
für die Oelmalerei, weil sie mit verschiedenem Gelb vermischt 
schönes Grün hervorbringt und sehr grosse Dienste leisten kann, 
wenn man es mit Weiss und Mischungen von Lack, Schwarz oder 
rothem Ocker gebraucht. Allein ganz rein und mit blossem 
Weiss vermischt muss man es nicht anwenden, dann hat sein 
Ton etwas ausserordentlich Hartes und Schneidendes, welches mit 
keiner anderen Farbe in Harmonie steht. Es ist also in der Ma- 
lerei von sehr grossem Nutzen, besonders um grüne Farben da- 
mit zu mischen, für welche das Ultramarin, das übrigens zu 
theuer ist, nicht gleiche Dienste leistet, weil es nicht wie das 
Berlinerblau die Eigenschaft hat, die gelben Farben so zu farben, 
während dieses wegen ausserordentlicher Zartheit seiner Par- 
tikelchen sich unendlich leicht mit denselben vermischt. Indessen 
für das helle Grün und halb graue Violett der verschiedenen grü- 
nen Gründe, die mehr oder weniger fern sind, so weicht das 
Grün aus Ultramarin und Neapelgelb gemischt mehr zurück und 
ist harmonischer, es verbindet sich mehr mit dem Ton der Ferne, 
die sogar zum zweiten Mal immer mit Ultramarin übermalt sein 
muss. Man sehe die zweiundzwanzigste Lection, in welcher ich 
mich weitläuiiger über die Natur des verschiedenen Grün und 
über die Behandlung der Landschaft überhaupt verbreite. 
Die 
Schmalte 
oder 
das 
Kobaltblau 
Dieses Blau nähert sich sehr dem Ultramarin, jedoch hat es 
einen etwas mehr violetten Schein. Man bedient sich dessen in 
der Email- und Porzellanmalerei, allein in der Oel- und Wasser- 
malerei hat es nicht die schönen Eigenschaften des Ultramarins; 
Nicht mit dem Thenardßzchen Blau zu verwechseln.
        

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