Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334810
englischer Fabrik. 
3.115 
Berlinerblau 
37 
mithin um die übermalte Stelle gar keinen Fleck zurücklässt, ein 
Vortheil, welchen das gewöhnliche Mohnöl nicht an sich hat. Ich 
mische auch bisweilen unter das Ultramarin und in die dunklen 
Farben, die an 
wie z. B. unter 
sich selbst schlecht trocknen, etwas 
das Schwarz und unter die Casseler 
Schmalte, 
und Cöl- 
nische Erde; allein was die letzteren betrifft, so thue ich dies 
blos bei dem ersten Entwurf, um nicht sogleich den Trockenfir- 
niss zu gebrauchen, welcher immer unangenehme Erhöhungen bil- 
det. Man muss auch nicht Trockenfirniss und Schmalte zu glei- 
cher Zeit gebrauchen, denn dies fallt sehr schlecht aus, sondern 
jedes von diesen trocknenden Mitteln muss einzeln und ge- 
sondert gebraucht werden. (Man sehe den Artikel Schmalte 
Nr. 18.) 
Das 
Berlinerblau 
3.118 
englischer 
Fabrik. 
Dieses Blau wurde von einem gewissen Dippel in Berlin er- 
funden, daher es auch Berlinerblau genannt wird. Ich hatte 
es für passender gehalten, die Farbe nach ihrem Erfinder zu be- 
nennen, so wie die Art Blau, welche Herr Thenard durch die 
Chemie entdeckt hat. Dem sei übrigens wie ihm wolle, genug 
dieses Blau wird jetzt überall auch ausserhalb Berlin gemacht; 
allein ich muss gestehen, dass das, was in England verfertigt 
wird, an Schönheit alle übrigen Fabrikate übertroffen hat; man 
muss dort ein besonderes Verfahren bei dessen Zubereitung 
haben. Ich zweifle nicht, dass man auch in Frankreich und 
anderwärts durch angewandte Mühe und neue Nachforschungen 
es eben so schön wird machen lernen, wenn man nur den festen 
Vorsatz hat, die höchste Vollkommenheit durch diese Untersu- 
chungen zu erreichen. 
Das englische Berlinerblau, blos mit Gummiwasser ange- 
macht, der freien Luft und im Sommer sogar der Sonne ausge- 
setzt, halt sich nach meinen Erfahrungen schon über dreissig 
Jahre. Während dieser beträchtlich langen Zeit hat es gar keine 
merkliche Veränderung erlitten, ob ich es gleich mit Kremserweiss 
sowie mit gelben und rothen Ockern und verschiedenen anderen 
Farben vermischte. Indessen dasjenige, welches ich mit Zinnober 
versetzte, hat sich ziemlich verändert, allein diese Veränderung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.