Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334716
Helles Ultramarinblau. 
Verschiedene 
Sorten. 
weniger mit Blau gesättigt sind, nehmen nach Maass ihrer Qua- 
lität im Preise ab, bis auf die letzte, welche man Ultramarin- 
asche nennt. Diese scheint mir unnütz und sogar schädlich, 
weil sie fast gar kein Blau enthält und das Uehrige nur grauer 
oder weisser Sand ist etc., wodurch sie schmutzig wird. Ich für 
meine Person mache gar keinen Gebrauch davon und um so 
mehr, da die Ersparniss dabei von gar keiner Bedeutung ist. 
Zudem füge ich noch folgende Gründe hinzu. Wenn ich einen 
hellblauen Ton machen will, wie die Ultramarinasche ist, so er- 
halte ich ihn viel reiner mit einer sehr kleinen Quantität guten 
Ultramarins mit sehr vielem Weiss vermischt, wodurch ich eine 
Farbe erhalte, welche gut deckt, da hingegen der grauliche Sand, 
woraus die Asche besteht, an und für sich kein gutes Weiss ist 
und auf der Leinwand gar nicht deckt. Meine Farbe hingegen, 
aus schönem und gutem Weiss gemischt, lasst sich viel fetter 
auftragen als die Asche, die keinen Körper hat und Sand- 
theilchen enthält, die mehr oder weniger nachtheilig sind. 
Ich selbst, wenn ich Ultramarin zubereite, unterscheide nicht 
fünf oder sechs Abstufungen, ich mache nicht mehr als zwei oder 
höchstens drei Sorten, ich mische und menge nämlich die zwei 
ersten unter einander und dann mache ich eine zweite von allem 
dem, was noch in meinem Teig enthalten ist, ohne ihn bis auf 
die Asche auszudrücken, die ich nicht gebrauchen kann. Ich 
brauche nur ein sehr dunkles und gesattigtes Blau zu machen, 
so wie das erste ist, das ich aus dem Teig gewinne, um so mehr, 
als die Farben mit Oel versetzt allezeit viel dunkler werden. Ich 
habe davon blos eine kleine Flasche für die Miniaturmalerei auf- 
bewahrt und das, was ich von den beiden ersten Sorten zusam- 
mengemischt erhalte, genügt mir eben so wie das, welches ich 
an der Stelle des zweiten mache, um auch helleres zu haben l). 
Mit diesen zwei Sorten kann man vollständig auskommen, aber 
die Kaufleute, besonders in Italien, welche dieses Blau verfertigen, 
finden bei der Unterscheidung aller dieser Sorten, die ihnen nun 
verschiedene Preise zu stellen gestatten, ihren Vortheil; sie 
1) Siehe die siebente Lection, über die neue Manier, aus dem Lapis La- 
zuli das Blau zu extrahiren und abzusondern, um Ultramarin daraus zu machen.
        

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