Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1340044
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der Kupfertafeln. 
Erklärung 
Tafel VII. 
Der Nagel des Daumens muss rechts vom Loche zu stehen kommen. 
O abgeschrägte und abgerundete Kante, die sich der Dicke des Holzes nach 
auf der Oberfläche der Palette verliert, vom Loche anfangend nach 
rechts hin. Diese Schrägkante muss sich auf zwölf bis funfzehn Linien 
Breite nach der Mitte von C hin erstrecken und ist hier mit kleinen 
Strichen angedeutet. 
D eine andere, der Abplattung U ähnliche Schrägkante; diese, D, steht aber 
nach unten und! würde sich wiederum nach rechts hin vom Loche A 
ausdehnen, wenn man die lmtereßläche als Oberüäche der Palette annähme 
Diese beiden Schrägkanten bringt man aber an und rundet die Ränder 
deshalb ab, damit der Daumen durch die scharfen Kanten nicht leidet, be- 
sonders wenn man die Palette mehrere Stunden hinter einander halten muss. 
E kleines Schälchen oder Näpfchen von Elfenbein, Porzellan oder Glas, um 
darin etwas Trockenöl bei der Hand zu haben, wenn man es gebraucht 
und-mit der Spitze des Pinsels etwas davon nehmen will. 
(Hierüber Weiteres im Texte der siebzehnten bis einundzwanzigsten 
Lection.)   
Dies Näpfchen befestigt man mit etwas weichem Wachs 1). 
Das Holz der Palette muss sehr hart, sehr glatt, sehr trocken sein und 
möglichst wenige Aeste und Knötchen haben. Am unteren Rande und zumal 
in der Umgegend des Loches A lasst man das Holz der Palette doppelt so 
stnrk- als am oberen Rande, bis wohin es sich allmälig vermindern muss, so 
dass an dieser Stelle, wo die Töne stehen, das Holz nur ungefähr eine Linie 
dick ist. (Weiteres im Texte der fünfundzwanzigsten Lection.) 
Anordnung der 
Tönä 
einer 
Palette, 
um 
Fleisch 
damit 
Zll 
malen 2). 
Immer setzt man die Töne nach oben auf die Palette, ungefähr zwei 
Linien vom Rande entfernt, wie man egä hier von H bis II sieht, in dreifachen 
1) Dieses weiche Wachse besteht zur Hälfte aus Jungfernwachs und zur au- 
dereil Hälfte aus Olivenöl, zu dem ein wenig pulverisirtes Harz liinzugesetzt wird. 
Dies lässt man in einer zusammengefalteten Karte oder  einem grossen Löffel 
schmelzen. Wenn Oel und Wachs zusammen geschmolzen und gemisuht sind, thut 
man ein Spitzclien Zinnober zu und mischt es gleichmässig damit au, um dem 
Ganzen mehr Consistenz zu geben. Der für das Näpfchen hier angegebene Platz 
ist der bequemste; beim Reinigen der Palette nimmt man es_ ab. 
2) Auf der Kupfertafel muss man sich an beiden Seiten der drei oberen 
Farbenreihen HH, HH die Ziffern 1, 2, 3 hinzufügen, _s0 däss 1 beider Reihe 
steht, die zunächst am äusseren Rande der Palette sich beiindet, 3 an der unter- 
sten Reihe. 
        

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