Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334672
Gebrannter Venetianischer Lack. 
Carmin. 
Gebrannter 
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Ton aus der Vermischung eines schönen Gelb, wie das Indische 
Nr. 6, erhalten kann, so ist es nicht wesentlich nothwendig, sich 
dasselbe anzuschaifen. Ich halte mich also an die zwei Nr. 11 
und 12 besprochenen Krapplacke, indem ich rathe, sich den von 
schönem Violettbraun anzuschaHen, wovon ich oben geredet habe, 
und die Gelegenheit, ihn zu erlangen, nicht unbenutzt zu lassen; 
allein man muss sich wohl vorsehen und sich versichern, dass 
diese dunkle Farbe nicht durch ein dem Krapp fremdes Färbe- 
mittel mitgetheilt ist, wie z. B. durch Flarbehölzer u. dergL; denn 
man verfälscht die Farben wie die Weine und viele andere 
Dinge. 
Gebrannter Venetiarhlischer Lack, 
Stelle gebrannter Carmin. 
oder an dessen 
Diese Farbe, welche man sich selbst brennt, ist bemerkens- 
werth und wegen ihrer ausserordentlichen Kraft sehr nützlich. 
Sie behält im Ganzen einen purpurfarbenen Ton und was das 
Besondere ist, so wird sie durch das Brennen zur Genüge dauer- 
hafter: eine Eigenschaft, die sie sonst gar nicht hat 1). Man 
erhält eine Färbung, die nur mit dem Niederschlag des Oassius 
Goldpurpur verglichen werden kann, oder mit der reichen Farbe 
der dunklen Purpurnelken, die durch jede andere Mischung nur 
unvollkommen erreicht wird. Nichts kann mit der Tiefe dieses 
Tons verglichen werden, der sich übrigens nicht in's Schwarze 
neigt, 0b er gleich eben so dunkel als dieses ist. Man bedient 
sich desselben mit Nutzen, theils in den kräftigsten Stellen einer 
purpurfarbenen, violetten oder braunen Draperie, theils zu den 
Nasenlöchern, dem Innern des Mundes und anderen scharfge- 
schnittenen Tiefen. Er findet auch seine Anwendung in vielen 
 
1) Man muss einen Lack wählen, der reichhaltig an Farbestoä und von 
dunkler Färbung ist, ohne violett zu sein. Der gute Venetianische Lack darf 
sich durch Citronensäuie nicht ändern, auch nicht durch fixes Laugensalzeder 
aufgelöste Potasche, noch durch weissen destillirten Weinessig. Er ist gut, 
wenn er von der Lauge nicht violett und vom Weinessig nicht gelblich wird. 
Uebrigens sucht man und macht Versuche, bis man einen solchen iindet , der 
durch das Brennen die verlangte Färbung erhält. Man sehe die fünfte Lection 
über die Art und Weise, den Carmin oder Venetianischen Lack zu brennen.
        

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