Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334662
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Erste Lection. 
Dunkler Krapplack. 
Alles, was von dem rosenfarbenen Lack gesagt, lässt sich 
eben so gut auf den dunklen Krepplaek Nr. 12 anwenden, denn 
er ist von ein und eben derselben Natur. Ich werde in dem fol- 
genden Artikel nur noch einige Worte hinzufügen und in Anse- 
hung alles Uebrigen kann man sich hier Raths erholen. 
Dunkler 
oder 
Carmoisinl 
Krapplack. 
Wenn man diesen trocken und in Körnern sieht, so erscheint 
er nicht von so lebhafter Farbe als der, von welchem eben die 
Rede war. Mehrere Körner sind ungleich in Farbe; sie sehen 
zum Theil braunviolett aus, als wennsie gebrannt waren. Wenn 
aber das Ganze zerrieben ist, so erscheint die Färbung sehr 
schön und ziemlich viel dunkler oder tiefer als die andere; die 
Purpurfarbe ist viel gesättigter, auch braucht man ihn nicht in 
eben den Fällen, sondern bewahrt ihn für alle Dinge, welche 
Kraft und Lebhaftigkeit erfordern. Man sehe in Note S. 21 die 
Aufzählung der Artikel, in welchen diese erwähnt werden. Uebri- 
gens wird dieser dunkle Lack viel theurer verkauft als der erste 
und es scheint, dass seine Herstellung schwerer ist und mehr 
Zeit erfordert, als die des rosenfarbenen. Ich habe zu Berlin 
Lacke von zwei verschiedenen Tönen gekauft, 0b sie gleich beide 
aus dem Krapp gezogen Waren. Der eine ist von einem sehr 
dunklen Violett und erscheint beinahe schwarz, wenn er mit Oel 
angemacht ist. Er ist wegen seiner ausserordentlichen Kraft der 
Farbe in vielen Fallen sehr schätzbar, und wenn man ihn mit 
gebrannter Terra di Siena mischt, so giebt er eine Tiefe und 
Durchsichtigkeit, welche nichts zu wünschen übrig lasst; allein 
ich habe ihn seit der Zeit nicht wieder erhalten können. Es 
scheint, dass man dieses Product dem Ungefahr und gewissen zu- 
falljgen Spielen der Chemie zu verdanken gehabt, denen die Che- 
mie haufig ausgesetzt ist, und ich erwähne es, damit man dieses 
Product kennen lernt, dessen sichere und gewisse Erlangung sehr 
schatzbar sein würde. Die andere Art von Lack erhielt ich aus 
München in Baiern, welche im Gegentheil von warmrothem Ton 
und fast orangefarbig ist. Dieses Product ist nicht so selten als 
das vorhergehende, ich habe es mehrmals wiedergesehen. Die 
Farbe hat allerdings ihr Verdienst, allein da man eben diesen
        

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