Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1334650
Anreiben desselben. 
Dauerbarkeit und 
dreissig Jahren der Sonne ausgesetzt so unauslöschlich blieben. 
Sie sind zu gleicher Zeit so unschädlich, dass Farben jeder Art, 
welche man mit ihnen vermischt, nicht von ihnen angegriffen 
werden, wenigstens wenn man sich nicht solcher Farben bedient, 
welche auf immer von der Palette verbannt sein müssen und die 
ich zum Theil schon angegeben habe. Ich werde anderswo den 
Gebrauch der Lacke näher bestimmen und begnüge mich für 
jetzt, nur im Allgemeinen davon zu sprechen 1). 
Lackfarben darf man nicht in Blasen aufbewahren, denn sie 
verdicken sich gar zu leicht, und nur für den augenblicklichen 
Gebrauch bereitet man eine gewisse Quantität. Der Lack ist 
übrigens von Natur so wenig trocknend, dass man ihn mehrere 
Tage am Rande der Palette frisch und gut erhalten kann, wenn 
man nur nicht eher Trockenöl hinzumischt als in dem Augen- 
blick, da man sich dessen bedienen will. Hierzu braucht man 
eine kleine mattgeschliffene Glastafel, die ich erwähnt und auf 
der ersten Kupfertafel Fig. R abgebildet, und einen kleinen Far- 
benreiber, auf eben der Tafel I, Fig. Q, Nr. 4. Man zerdrückt 
trocken die nöthige Quantität Lack und verwandelt sie in ein 
feines Pulver; darauf setzt man nach und nach die erforderliche 
Quantität Mohnöl hinzu, allein so wenig als möglich, damit die 
Farbe sehr steif und dick bleibe. Nachdem man mit dem klei- 
nen Läufer Nr. 4. einige Umläufe gemacht, so erhält man eine 
ausserst fein geriebene Farbe, die man auf den linken Rand der 
Palette legt. So behandelt man alle Farben, die man 
nicht in Blasen aufbewahrt, ausgenommen den Zinnober, 
für Welchen das Anreiben mit dem Spachtel hinreichend ist. Man 
erinnere sich ein- für allemal daran, denn ich werde, um Wieder- 
holungen zu vermeiden, es nicht wieder erwähnen. 
 
1) Man sehe hierüber die vierte Lection über die Lasuren und ihre Zu. 
bereitungen und die sechszehnte Lection, wie eine Palette zur Vollendung der 
Carnation methodisch einzurichten, und noch den Artikel über das zusammen- 
gesetzte Braun Nr. 27. 
Ich ertheile zum Voraus allen denjenigen den Rath, welche die Lacke rein 
05er mit anderen Farben vermischt, welche auch nur schwer oder langsam 
trocknen, gebrauchen, sie mit Mohnöl sehr dick anzureiben , damit im Augen- 
blick des Gebrauchs ein Drittel Trockenöl zugesetzt werdenbkann, ohne dass 
Sie dadurch zu flüssig werden.
        

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