Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339750
Schlussbemerkung. 
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den über einander zu legen und so auf einander zu befestigen, wie 
dies im Abschnitt III. beschrieben ist. Als äusserstes und letztes 
alten 
Mittel bleibt nur das Abnehmen der ganzen Malerei von der 
Leinwand und das Uebertragen derselben auf eine neue. 
Schlussbemerkung. 
Bei einem allgemeinen Ueberblick über den Inhalt der voran- 
gegangenen Abschnitte ergiebt sich in Bezug auf die Mittel, die 
bei der Restauration alter Bilder gebraucht werden, dass einige 
derselben auf den ersten Blick schon gefährlich für Malereien 
erscheinen, wenn nicht eine geschickte Hand sie anwendet, andere 
Mittel, auf den ersten Blick gefahrloser erscheineud, haben sich 
bei genauerer Betrachtung ebenso gefahrbringend erwiesen, ausser 
wenn Erfahrung und Geschicklichkeit ihre Anwendung leitet. Es 
ergiebt sich daraus, dass weniger in den Mitteln, als vielmehr in 
dem Gebrauch derselben der Schwerpunkt der Kunst der Restau- 
ration liegt, dass nur eine grosse und hingebende Sorgfalt, viel 
Geschicklichkeit und eine möglichst reiche Erfahrung denselben 
beherrschen können, und dass bei der nothwendigen Befähigung 
diese Beschäftigung zur Lebensaufgabe gemacht werden muss, um 
genügende Resultate zu erzielen. Nicht das Wasser, das Oel, 
der Spiritus, das Putzwasser, die Klebmasse oder der Kitt thun 
es, nicht Reiben, Waschen, Schaben, Kleben und was sonst noch 
dazu gehört, sondern die verständige und hingebende Sorgfalt 
und eine gründliche Kenntniss, die alle Mittel und Geschicklich- 
keiten verwendet.  
1 Die durch eine gute Restauration erzielten Wirkungen sind 
dann freilich oft wahrhaft bewuuderungswürdig. Gemälde in einem 
Zustande, wo nicht nur äusserst wenig mehr zu erkennen W313 
sondern wo schon die nächste Zeit eine vollkommene Vernichtung 
in Aussicht stellte, zeigen wieder mit Klarheit die Darstellung 
ihres Meisters und scheinen, wie mit frischer Kraft ausge- 
rüstet, eine neue und lange Dauerbarkeit gewonnen zu haben. 
Auf anderen Gemälden, die durch äussere gewaltsame Zufälle 
34";
        

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