Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339731
Schwer 
Schäden. 
herzustellende 
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sonst auch aus der Art und Wirkung des ganzen Gemäldes, ver- 
bunden mit der" Kenntniss und Vergleichung anderer Werke des- 
selben Meisters und seiner ganzen Art und Weise, zu empiinden 
und zu arbeiten, mit Sicherheit geschlossen und angenommen 
werden darf, dass dies oder jenes ursprünglich anders in diesem 
Gemälde und zwar so oder so gewesen sein dürfte. Auch dann 
dürfte es doch nur erlaubt "sein, den Mangel nach Massgabe aller 
dieser Erwägungen zu ändern, wenn das Verbleiben dieses Uebel- 
standes das Kunstwerk und die deutlich erkennbare Intention des 
alten Meisters zu sehr beeinträchtigte; alles dies aber dürfte nur 
auf den Rath vollständig dazu befähigter Künstler in's Werk gesetzt 
werden. Denn, wie schon gesagt, nicht die Verwandlung eines 
alten möglicherweise unscheinbaren Bildes in ein dem Sinne des 
Besitzers, der Zeit, des Restaurators zusagendes, ist die Aufgabe 
der Kunst der Wiederherstellung alter Gemälde, sondern die Er- 
haltung und möglichste Annäherung an den ursprünglichen Zu- 
stand derselben. Eine wahrhaft fein empündende Kunstbildung 
wird unendlich mehr Nahrung und Erhebung aus der geschmälerten 
und hier und da verstümmelten Existenz des Werkes eines wirk- 
lichen Meisters gewinnen, als aus der mit fremden und falschen 
Flittern herausgeputzten. 
VIII. 
Schwer 
herzustellen de 
Schäden. 
Zwei_Dinge setzen der Wiederherstellung eigentlich nicht be- 
siegbare Hindernisse entgegen: 
.1) Die Risse, welche Malereien durchfurchen, wenn über 
Farben, die noch nicht trocken genug waren, neue, schnel- 
ler trocknende gemalt worden sind, oder wenn der Firniss 
über ein noch nicht genügend trockenes Bild gezogen 
war, oder wodurch immer auch nachweisbar gder nicht 
nachweisbar dieselben entstanden sein mögen. 
2) Die Beulen, die durch den Druck scharfer Kanten nach- 
Bouvier. Oelmalerei. 4. Aufl. 34
        

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