Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339721
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Anhang. 
der 
Restauration 
Gemälde. 
hat den Vortheil der Unveränderlichkeit und Dauerhaftigkeit der 
Farben und erlaubt je nach dem Bedürfniss ebensowohl einen 
dicken, wie einen dünnen Auftrag. Dies ist aber eine sehr 
wichtige und nothwendige Sache, denn wenn z. B. ein solches 
ausgebessertes Loch sich inmitten einer pastos behandelten Stelle 
von freier und frischer Pinselführung befand, so wird es geradezu 
nothwendig sein, dass die Erhöhungen und Vertiefungen, die der 
Pinsel gemacht hat, auch gleichartig fortgeführt werden, denn ein 
mit derselben Farbe glatt und flach gemaltes Stück wird ganz 
anders im Ton erscheinen, als ein mit derselben Farbe pastos 
und frei behandeltes Stück. Die Vortheile dieses Materials zu 
diesem Zweck sind unverkennbar und wohl schon überall aner- 
kannt, aber freilich hat die Behandlung desselben etwas sehr Un- 
bequemes und Beschwerliches im Anfang, jedoch kann und wird 
ein Jeder, der sich desselben bedient, immer eine Art und Weise 
der Anwendung selbst finden, die ihm allmalig bequem und hand- 
gerecht wird.  
Da der Zweck einer guten Restauration die Erhaltung und 
wenn nöthig und möglich die Herstellung des ursprünglichen 
Aussehens der Gemälde ist, nicht aber eine Veränderung dersel- 
ben nach dem Sinn und Geschmack späterer Zeiten und Personen, 
so wird sie ihre Einwirkung durch Malerei bei alten Bildern auf 
das knappste und unumgänglich nothwendigste Mass beschränken 
und beschränken müssen. Aber freilich wird sie ausser der Her- 
stellung der vorher besprochenen Stellen auch noch Anderes aus- 
zubessern und durch Malerei herzustellen haben können, namentlich 
wenn irgend Etwas ein sichtlich als Fleck erscheinender Schaden 
ist. Wenn z. B. durch irgend welche Zufälle oder Missachtung 
einer früheren Zeit irgend wo vielleicht Stellen einer Lasur, eines 
Gewandes, eines Colorits, eines Himmels etc. etc. in so auffälliger 
Weise und in so bestimmt erkennbaren Formen zerstört und weg- 
gekommen ist, dass das Verbleiben der Flocke störend, ein Zusam- 
menführen der gut erhaltenen Stellen aber zweifellos ist, so wird 
es erlaubt, ja sogar Pflicht einer guten Restauration sein, durch 
Malerei diese störenden Flecke zu beseitigen. 
Ja es giebt Fälle, wo aus den vorhandenen gut erhaltenen, 
wenn auch sehr kleinen Parthieen desselben Gegenstandes, sowie
        

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