Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339704
Das 
Ausfüllen 
fehlender 
Stückchen 
Parbenmasse. 
Nach vollendeter vollständiger Reinigung wird man erst deut- 
lich alle die Stellen gewahr werden und übersehen können, wo 
Stückchen und Stücke der Blarbenmasse ausgesprungen und ver- 
loren gegangen sind. Diese verschiedenartig gestalteten Löcher, 
Risse und Sprünge, die bis auf die Grundirung oder bis. auf die 
Leinwand gehen, müssen geschlossen werden. 
Man bereitet einen Temperakitt aus weisser Kreide, 
Leim und etwas Honig, so wie die Grundirung ist, welche die 
Vergolder als Unterlage für ihre Vergoldungen gebrauchen. Mit 
diesem Kitt füllt man die Löcher bis zu gleicher Höhe der Ober- 
{lache des Gemäldes aus, welcher durchaus gleichartig man die 
Ausfüllung herstellt. Ist daher z. B. die Malerei des Gemäldes 
so, dass man überall das Korn der Leinwand durchsieht, so 
nimmt man eine Leinwand ähnlichen Gewebes und drückt diese 
auf den Kitt, wenn derselbe noch nass ist, ab, wodurch diese mit 
Kitt ausgefüllten Stellen ein dem Uebrigen gleiches Aussehen 
erhalten. Ist dies Alles geschehen, so müssen diese nun weissen 
Stellen und Flecken harmonisch mit dem Uebrigen übermalt 
werden. 
VII. 
Die 
Uebermalung 
der 
geschädigten 
Stellen. 
Hierbei ist zuerst die Schwierigkeit zu überwinden, sowohl 
den Ton und die Farbe des Bildes im Ganzen, als auch ganz be- 
sonders in der unmittelbaren Umgebung der mit dem Kitt aus- 
gefüllten Löcher und Sprünge genau und deutlich zu erkennen. 
Einige Restauratoren reiben zu diesem Ende die Umgebung 
der zu übermalenden Stellen mit etwas Oel oder Copaivabalsam 
an und wischen dies dann sorgfältig ab, wonach der Ton zwar 
etwas stumpfer und weniger tief, als er eigentlich ist, aber
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.