Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339643
520 
Anhang. 
der Gemälde, 
Restauration 
lerei abzuheben und auf neue Leinwand zu bringen, sondern 
man versucht den Schaden auf folgende Weise herzustellen: 
Nachdem man einen starken Leim bereitet und mit etwa 
einem Achtel Trockenfirniss aus Mohnöl vermischt hat, 
legt man das Bild horizontal mit der Bildfläche nach oben und 
giesst den Leim sehr heiss über die ganze schadhafte Stelle, 
so dass derselbe in alle Risse und Spalten eindringt und so auch 
unter die Farbenstückchen gelangt, die im Begriff waren, sich ab- 
zulösen. Ist der Leim trocken geworden, so nimmt man den auf 
der Oberfläche zurückgebliebenen ab, klebt mit nicht zu starker 
Klebmasse auf der ganzen schadhaften Stelle dünnes, glattes Pa- 
pier auf und mehrmals über einander, wie dies bei dem vorigen 
Verfahren über die ganze Bildfläche ausgedehnt werden musste, 
und wenn Alles trocken ist, geht man in der ebenfalls oben an- 
gegebenen Weise mit dem warmen Bügeleisen darüber. Der zwi- 
schen und unter der Farbe befindliche Klebstoffrwird dadurch 
wieder flüssig, in alle kleinsten und feinsten Spalten gepresst und 
so die Stückchen Farbenmasse, die sich ablösen wollten, von 
Neuem und dauerhaft an den Grund und an einander befestigt. 
Das unter den Leim gemischte dicke Mohnöl aber soll einen 
Schutz gegen erneutes Ein- und Vordringen der Feuchtigkeit ge- 
währen, die sonst auch leichter den Leim aufzulösen im Stande 
sein würde. 
Dem Verwerfen und daher kommenden Zerspalten der Holz- 
tafeln alter Bilder, dem man bei neuen Zusammenfügungen von 
Holzplatten durch verschiedenartiges Zusammenleimen der Hölzer 
vorzubeugen sucht, begegnet man durch ein auf der Rückseite 
angebrachtes sogenanntes Parquet. Dies ist eine Art von Rost 
von verhaltnissmäissig starkem Fichtenholz, dessen mit den Holz- 
adern der Bildtafeln gleichlaufende Stäbe auf jenen festgeleimt 
sind. Die durch passendeFalze oder Einschnitte in der Dicke 
der Längenstabe gehenden Querstätbe sind nicht auf den Bild- 
tafeln iestgeleimt, weil die stete, durch Wärme und Kälte, 
durch Feuchtigkeit und Trockenheit verursachte Bewegung des 
Holzes in die Breite dies verwehrt; durch ihren Druck aber hal- 
ten sie die Bildtafeln in ihrer Lage fest und verhindern so das 
Verwerfen derselben.
        

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