Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339617
der Malerei auf neue 
{Iebertragen 
Leinwand. 
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deren bedient, die zur Hälfte aus Leim und zur Hälfte aus Rog- 
gen- oder Haferkleister besteht, d. h. also, dass wesentlich viel 
mehr Leim darin ist und der venetianische Terpentin fehlt. Wenn 
die Gemälde in vollkommen trockenen und gut gehaltenen Räu- 
men, wie unsere Museen und öffentlichen Galerieen sind, aufbe- 
wahrt werden, so ist die Anwendung so vielen Leims, wodurch 
die Operation selbst in einigen Punkten allerdings sehr erleichtert 
wird, auch unbedenklich, sonst aber doch sehr davon abzurathen, 
weil, je mehr Leim, um so mehr immerwährende Veränderung 
der Klebmasse bei dem Wechsel der Feuchtigkeit in der Atmo- 
Sphäre der Räume eintreten wird. Ist es daher gar nicht zu um- 
gehen, dass ein Gemälde an Orten bleiben muss, wo in den Mauern 
oder in der Atmosphäre verhaltnissmassig viel Feuchtigkeit vor- 
handen ist, so wird es besser sein, selbst anstatt der früher 
angegebenen Klebmasse mit einem Oelkitt die abgenommene 
Malerei und die neue Leinwand zu verbinden. 
Recht dick gekochtes Leinöl, da hinein gerie- 
benes Bleiweiss und ein wenig ganz fein geriebene 
Mennige geben einen solchen Kitt, der entweder mit 
einem sehr harten Borstenpinsel oder mit einem breiten 
Messer, wie zum Auftragen der Grundirung gebraucht 
wird, sowohl auf die Rückseite der Malerei als auch auf 
die Leinwand möglichst gleiehmässig aufgetragen wird. 
Wenn dieser Auftrag halb trocken ist, bringt man beide 
'l'heile zusammen und drückt sie nach und nach von 
einem Ende anfangend. bis zu1n anderen sorgfältig und 
fest afuf einander. In allen übrigen hier nicht erwähnten 
Punkten bleibt das oben ausführlichvbeschriebene Ver- 
fahren 
dasselbe. 
Von 
Gemälden 
auf 
Holz. 
Die Zustände, welche es zu einer Nothwendigkeit machen, 
auf Holz gemalte Bilder abzunehmen und auf neue Leinwand zu 
übertragen, sind dieselben, wie bei den auf Leinwand gemalten 
Bildern. Wenn die Bärbenrnasse, in Stückchen zersprungen, sich 
grossentheils abzulösen und abzufallen droht, oder wenn das Holz, 
welches dieselbe zu Tragen hat, dem Verderben entgegengeht,
        

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