Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339586
514 
Anhang. 
der 
Restauration 
Gemälde. 
über geht, dessen Saft nicht nur alles Fett fortnimmt, sondern 
ebenfalls noch dazu dient, wo er eindringt, lose Partikelchen der 
Farbe festzuleimen.  
Nun ist es von grosser Wichtigkeit, dass das Papier überall 
vollständig gefasst hat und fest sitzt, dass nirgend Blasen, d. h. 
Luft, zwischen der Malerei und dem Papier zurückgeblieben sind. 
Deshalb klebt man zuerst dünne Gaze über die Bildfläche, wo 
die Luft überall austreten kann, und dann erst das Papier, indem 
man jedes Stück desselben von seiner Mitte aus fest macht. 
Ist auf diese Weise durch mehrfache Lagen von Papier die 
Bildfläche genügend geschützt, so legt man, wenn Alles trocken 
genug ist, das (iemälde umgekehrt auf eine vollkommen ebene 
und glatte Tischiläche und entfernt nun die alte Leinwand. Hat 
man sich überzeugt, dass diese vor ihrer Grundirung mit Leim 
überzogen war, so würde es nur eines Schwamms und warmen 
Wassers bedürfen, um dieselbe bald und mit Leichtigkeit überall 
abheben zu können, sobald der Leim sich durch die Feuchtigkeit 
aufgelöst hat. Meistentheils und fast immer wird es bedenklich 
sein, zu viel Feuchtigkeit an die Farbenmasse kommen zu lassen, 
deshalb ist für alle Falle folgendes Verfahren als das bessere, 
wenn auch mühsamere, vorzuziehen. Man macht die Leinwand 
leichthin auf der Rückseite mit einem Schwamm feucht, geht dann 
schnell mit einem warmen Bügeleisen darüber und löst nun die 
einzelnen Fäden ab und zieht sie aus, was sich meistentheils 
ohne grosse Schwierigkeit bewerkstelligen lasst. Sitzen die Fä- 
den doch zu fest, so ist es nioht rathsam, dieselben mit einer 
feinen Raspel und dann mit Bimstein zu entfernen, wie vielfach 
geschieht, weil, noch so vorsichtig vorgenommen, die alte, vielfach 
gesprungene Farbenmasse doch zu sehr dadurch erschüttert wird. 
In diesem Fall wendet man besser Salzsäure an, womit man die 
zu festen Faden der Leinwand bestreicht und dann dieselben mit 
einer feinen Zange abhebt, damit man sich nicht die Finger be- 
schädigt. Ist" die Leinwand vollständig abgenommen, so beseitigt 
man zuletzt sorgfältig alle Unebenheiten, die sich etwa auf dieser 
Rückseite zeigen könnten. 
Diese letztere Operation ist besonders schwierig und mühsam, 
wenn ein auf Bolus gemaltes Bild von dieser so schädlichen Grun-
        

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