Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1339568
512 
Anhang. 
der 
Restauration 
Gemälde. 
Eiweiss 
neuen Firniss, 
einen 
überzieht 
damit 
den 
alten 
und nimmt 
nach vierundzwanzig Stunden mit warmem Wasser denselben wie- 
der ab, wobei meistentheils auch der alte mit heruntergehen wird. 
Im Allgemeinen muss noch bemerkt werden, dass sehr alter 
Firniss oft mit Seifenwasser gut aufgelöst werden kann, da diese 
alten fast trockenen Harze sich selbst leicht in Seifen verwandeln 
lassen. 
Deshalb 
kann 
Seifenwasser 
21.1111 
Abnehmen 
eines 
alten 
Firnisses ebenfalls gebraucht werden, wo seine Anwendung rath- 
samer erscheint, als die früher angegebenen Mittel, oder wo die- 
selbe noch um anderer Gründe willen wünschenswerth ist. 
Das 
Uebertragen der Malerei 
Leinwand. 
eine 
auf 
neue 
Ist die Farbenmasse eines Gemäldes nicht nur von kleinen 
Rissen und Sprüngen durchzogen, sondern ist dieselbe im Begriff, 
sich in kleinen Stückchen von dem Grunde zu lösen, was durch 
Alter, Feuchtigkeit, sonst ungünstige Umstände und tausend Zu- 
fälligkeiten entstanden sein kann,  ist die Leinwand zu mürbe 
geworden, so dass die Faden keine sichere Unterlage mehr bilden, 
 ist sie zerrissen,  durch Feuchtigkeit ganz oder theilweise 
zerstört,  haben die Bretter sich geworfen, sind sie gespalten, 
 oder ist der Wurm in ihnen, dann ist es nothwendig, die Ma- 
lerei von ihrer alten und unbrauchbaren Unterlage abzuheben 
und auf eine neue Leinwand zu übertragen. Dies ist zwar eine 
mühsame, die grösste Sorgfalt und Geschicklichkeit erfordernde 
Operation, sie wird aber von den erfahrenen Restauratoren un- 
serer Zeit mit sicherstem Erfolge fortwährend in Anwendung ge- 
bracht.
        

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